Erfahrung mit Personenstandsänderung ohne Op

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Admina
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dabei seit: 26.12.2011

Ein Hallo an alle,

ich möchte mal diskret nachfragen, wer hat Erfahrung mit Personenstandsänderung ohne Operation?

Ist es bei den Ämtern (Standesamt etc.) auch schon angekommen?

Liebe Grüße an Euch

 

 

n/v
Amelie
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dabei seit: 25.11.2011

Huhu ihr Lieben,

Ich hatte bereits meine Anhörung, jetzt wurden 2 Gutachter bestellt.

Es war nie die Rede davon, dass ich eine Geschlechtsangleichende OP machen muss.

Soweit ich nicht irre, gibt es auch einen Gesetzestext, sorry, habe den

gerade nicht parat. Die Damen können dir aber bestimmt weiter beratend

zur Seite stehen.

eure Amelie

rafaela62
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Hallo Admina!

Dieses Thema ist Anfang vorigen Jahres hier mal sehr ausgiebig diskutiert worden. Darum nur eine kurze Zusammenfassung von mir. Es gibt verschiedene Wege zur Personenstandsänderung:

1. Gerichtliche Vornamensänderung ist bereits erfolg (rechtskräftig):

Du stellst bei deinem zuständigen Amtsgericht (wo du bereits die Vornamensämderun hast machen lassen) einen Antrag auf "Änderung der Geschlechtszugehörigkeit gemäß § 8 Abs. 1 TSG unter Berücksichtigung des Urteils des BVerfG v. 11.01.2011 mit AZ. I 224 - 1 BvR 3295/07" Die Gericht berücksichtigen uin der Regel dieses Urteil.

2. Antrag auf Vornamensänderung ist noch nicht erfolgt:

Du stellst bei deinem zuständigen Amtsgericht (kann dir jedes Gericht sagen, welches Amtsgericht für dich in TSG - Sachen zuständig ist) einen

Antrag auf Änderung des Vornamens gemäß § 1 TSG und Änderung der Geschlechtszugehörigkeit gemäß § 8 Abs. 1 TSG unter Berücksichtigung des Urteils des BVerfG v. 11.01.2011 mit AZ. I 224 - 1 BvR 3295/07

Mit dem genannten Urteil des BverfG wirden Passagen des TSG im § 8 für nicht mehr anwendbar erklärt. Dies betrifft die Punkte 3 und 4 des Absatzes 1 des § 8. Hier sind folgende Punkte betroffen:

- dauernde Fortpflanzungsunfähigkeit (war früher der NAchweis einer erfolgreichen Hormontherapie)

- sich einem ihre äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriff unterzogen hat, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist. (dies betraf früher die Ga - Op)

Fazit:

1. Die Standesämter wissen in der Regel, das das TSG entsprechend geändert wurde, und du einen rechtskräftigen Gerichtsbeschluß brauchst, um deine Geburtsurkunde ändern zu lassen.

2. Du kannst mittlerweile einen kombinierten Antrag für die Vornamensänderung und die feststellung der Geschlechtszugehörigkeit stellen.

Du kannst damit Zeit und Kosten sparen.

Für weitere Informationen stehe ich dir gern pn zur Verfügung.

Gruß Tante Rafaela

Leitende Betreuerin der SHG Trans Jena   

http://jena.transhilfe-thueringen.de

Optimismus und Selbstvertrauen sind das Wichtigste

Admina
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dabei seit: 26.12.2011

Hallo an alle,

meine Anliegen geht eher dahin, wie wird man bei den Ämtern behandelt, eher höfflich oder distanziert oder sogar mit Ablehnung und Hass. Es wäre schön wen Ihr Eure Erlebnisse mir mitteilt.

Liebe Grüße an alle

n/v
Petra-Susanne
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dabei seit: 21.10.2005

Admina schrieb:
meine Anliegen geht eher dahin, wie wird man bei den Ämtern behandelt, eher höfflich oder distanziert oder sogar mit Ablehnung und Hass. Es wäre schön wen Ihr Eure Erlebnisse mir mitteilt.

Ich habe zwar noch keine konkreten Erfahrungen mit Ämtern, aber ich würde schlicht von "Desinteresse" ausgehen. Die Mädels und Jungs auf den Amtsstuben machen ihren Dienst und von morgens bis abends nix anderes als Formulare ausfüllen. Und da bist du schlicht ein Fall unter vielen, der möglichst effizient abgearbeitet werden will und sollte.

Hass wirst du eher in "bildungsfernen" bzw. "konservativ-religiösen" Kreisen ernten - und die meisten Amtsleute dürften in DE dazu eher nicht gehören. Wenn dir irgendwas anderes als distanziert-uninteressiert professionelle Höflichkeit begegnen sollte, wäre das ein Grund, zum Amtsleiter zu gehen und in sachlichem Ton um eine Kopfwäsche der durchführenden Amtsperson zu bitten.

Lieben Gruß,

Petra

Mädels, traut euch raus, insbesondere in die anonyme Öffentlichkeit! Ich bin jedenfalls in den letzten 10 Jahren noch von niemandem gebissen worden!

Amelie
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dabei seit: 25.11.2011

Huhu ihr Lieben,

sorry, habe wohl die Frage falsch verstanden.

Sorry.

eure

Amelie

rafaela62
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dabei seit: 20.01.2008

Hallo Admina!

Im Prinzip sind die Ämter, wenn du alles korrekt zusammen hast, auch zu dir normal Höflich. Mir ist kein Fall bekannt, wo in Sachen TS ein Amt irgendwie unprofessionell ablehnend sich geäußert hat. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel.

Wenn du dein Anliegen ruhig und sachlich vorbringst, wirst du eigentlich auch entsprechend behandelt. Dann wirst du auch relativ höflich auf Mängel in deinem Anliegen hingewiesen.

Das ist zumindestens meine persönliche Erfahrung.

Ich habe sowohl vor als auch nach meiner Personenstandsändetrung von den betroffenen Ämtern immer eine höflich-sachliche Auskunft bekommen, was geht und was nicht geht. Dies betraf vor allem die Umschreibung von Dokumenten. Da habe ich auch erfahren, das ohne rechtskräftigen Urteil zur Personenstandsänderung fast nichts geht.

Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel (Verwendung des vorläufigen Urteils wurde in einzelnen Fällen Akzeptiert - bei mir Arbeitgeber).

Dazu eine Bemerkung von mir zum sogenannten dgti - Ausweis:

Er kann auf Ämtern und Behörden helfen, muss aber nicht. Da bist du absolut Abhängig vom Bearbeiter. Diejenigen die ihn kennen, akzeptieren diesen meist auch. Ich habe da in unserer Gruppe auch beide Erfahrungen gehört (Akzeptamnz und totale Inakzeptanz).

Gut - hoffe mal, das hilft dir doch etwas weiter. Also bringe da bitte genügend Gedult mit.

Gruß Rafaela

Leitende Betreuerin der SHG Trans Jena   

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Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Admina schrieb:
meine Anliegen geht eher dahin, wie wird man bei den Ämtern behandelt, eher höfflich oder distanziert oder sogar mit Ablehnung und Hass. Es wäre schön wen Ihr Eure Erlebnisse mir mitteilt.

Meine eigen Erfahrung stammt noch aus der Zeit vor der Neuregelung der PÄ. Aber das wurde ich von den meisten Sachbearbeitern korrekt bis freundlich behandelt. Wie fast schon üblich Verständnis dafür, dass das nieman ohen echten Grund machte und Verwunderung angesichts des bürokratischen Aufstandes. Ein alter Knacker in der KFZ-Zulassungsstelle machte natürlich trotzdem einen Fehler nach dem anderen - ich musste ihn hat ewig beanspruchen. Allerdings war der ganz offensichtlich mit der Bedienung der Software überfordert.

 

Gerichte: hier ist es mit en paar Ausnahmen (Mannheim scheitn sich immer noch zu sperren) normal, dass man die PÄ mit macht - ich habe schon fast das Gefühl, dass Unverständins aufkommen könnte, wenn jemand nur die kleien Lösung möchte (was bei verheirateten Paaren weniger aus formalrechtlichen als aus persönlichen Grüńden angezeigt sein könnte).

 

Aber nach allem, was ich im letzten Jahr mitbekommen habe,  läuft die PÄ genauso glatt mit durch wie bisher die VÄ.

Viele liebe Grüße

Beate 

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Admina schrieb:
wer hat Erfahrung mit Personenstandsänderung ohne Operation?

Ob mit oder ohne Operation - das macht keinen Unterschied, davon erfahren die Ämter nämlich nichts. Personenstand ist Personenstand, und die Antragsdokumente kriegt nur das Gericht zu sehen. Das schickt dem Standesamt lediglich eine Mitteilung über die geänderten Daten.

Sama79
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dabei seit: 10.11.2006

Admina schrieb:

Ein Hallo an alle,

ich möchte mal diskret nachfragen, wer hat Erfahrung mit Personenstandsänderung ohne Operation?

Ist es bei den Ämtern (Standesamt etc.) auch schon angekommen?

Liebe Grüße an Euch

 

 

 

Habe die Personenstandsänderung im letzten Jahr genau einen Tag nach der Urteilsverkündung beantragt. Ging eigentlich recht schnell, nach einer Woche hatte ich schon den Beschluß.

Sama79
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dabei seit: 10.11.2006

Sama79 schrieb:

Admina schrieb:

Ein Hallo an alle,

ich möchte mal diskret nachfragen, wer hat Erfahrung mit Personenstandsänderung ohne Operation?

Ist es bei den Ämtern (Standesamt etc.) auch schon angekommen?

Liebe Grüße an Euch

 

 

 

Ach so, und ja - wie schon oben von jemandem erwähnt:

Das Gericht übermittelt die Änderung der Daten von Amts wegen an das Standesamt. Steht auch in irgendner Vorschrift.