Ein absolutes Missgeschick

1 Antwort [Letzter Beitrag]
Carolacd
Bild von Carolacd
Offline
dabei seit: 07.12.2006

Liebe Freundinnen,vorgestern hatte ich eine der schlimmsten Situationen, die ich mir als TG vorstellen konnte.

Mein TG-Sein lebe ich aus, wenn ich beruflich unterwegs bin und mich meine Termine nicht bis in den späten Abend beanspruchen. Sehr oft miete ich mir eine Ferienwohnung, wenn ich einige Tage am gleichen Ort bin. Dort kann ich Ich sein.

So auch diesmal. Ich hatte eine Ferienwohnung angemietet, die ich schon kannte, Lage im Hochparterre, mit Balkon. Nach einem regulären Feierabend habe ich mich natürlich aufgebrezelt, mit Ballerinas, Rock, Blazer und allem, was dazugehört.

Am frühen Abend verspürte ich nach einem kleinen Nickerchen Lust auf eine Zigarette - auf dem Balkon konnte ich ja rauchen. Zigarette und Feuerzeug geschnappt, die Balkontür, die man nach der Kippstellung durch weiteres Anheben des Verriegelungshebel aufschieben konnte, geöffnet und zum Schmöken raus.

Die Balkontür wieder zugeschoben, damit der Qualm nicht in die Wohnung zieht. Was mir nicht auffiel, war, dass die Tür sich wieder in der Kippstellung verriegelte. Das bemerkte ich erst, als ich meine Zigarette fertig hatte - ich kam nicht mehr in die Wohnung.

Nun stand ich draußen auf dem Balkon - und alles was ich bei mir hatte, war mein Feuerzeug.

Nach einigen vergeblichen Versuchen, die Tür zu öffnen, kletterte ich vom Balkon herunter in die Einfahrt zu den Hinterhäusern. Ab nach vorne zum Haupteingang und versucht, jemanden herauszuklingeln, der meine Vermieter kannte und anrufen konnte, damit diese mit dem Reserveschlüssel kommen könnten.Die einzige Hilfe bekam ich von einer älteren Dame, die mir riet, es doch im Hinterhaus zu versuchen. Dort würde jemand wohnen, der meine Vermieter kennen würde.

Nächster Versuch im Hinterhaus. Dort kam gerade ein junger Handwerker heraus, den ich um Hilfe bat. Er versuchte sein Möglichstes, sowohl die Wohnungstür wie auch die Balkontür zu öffnen. Dabei lernte ich, im kurzen Rock schicklich auf einen Balkon zu klettern, ist gar nicht so einfach.Leider war der junge Mann genauso erfolglos wie ich.

Nach mehreren weiteren Klingelversuchen im Hinterhaus erreichte ich eine Dame etwa in meinem Alter, die meine Vermieter kannte. Um diese nicht extra über eine weite Strecke kommen zu lassen, bat ich zuerst um stabilen Draht oder Schnur. Einen Versuch, die Tür zu entriegeln, wollte ich mir noch gönnen.

Mit der Schnur klappte dies auch - ich war wieder in der Wohnung.

Als ich dann die Schnur zurückgab und mich herzlichst bedankte, wurde ich mit den Worten verabschiedet "Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Urlaub, Frau ...."

Ich habe wieder mal erfahren, dass das Kopfkino wesentlich schlimmer ist als die Realität. s

Caro

Karin
Bild von Karin
Offline
Reale Person
dabei seit: 03.04.2007

Carolacd schrieb:

Liebe Freundinnen,vorgestern hatte ich eine der schlimmsten Situationen, die ich mir als TG vorstellen konnte.

Mein TG-Sein lebe ich aus, wenn ich beruflich unterwegs bin und mich meine Termine nicht bis in den späten Abend beanspruchen. Sehr oft miete ich mir eine Ferienwohnung, wenn ich einige Tage am gleichen Ort bin. Dort kann ich Ich sein.

So auch diesmal. Ich hatte eine Ferienwohnung angemietet, die ich schon kannte, Lage im Hochparterre, mit Balkon. Nach einem regulären Feierabend habe ich mich natürlich aufgebrezelt, mit Ballerinas, Rock, Blazer und allem, was dazugehört.

Am frühen Abend verspürte ich nach einem kleinen Nickerchen Lust auf eine Zigarette - auf dem Balkon konnte ich ja rauchen. Zigarette und Feuerzeug geschnappt, die Balkontür, die man nach der Kippstellung durch weiteres Anheben des Verriegelungshebel aufschieben konnte, geöffnet und zum Schmöken raus.

Die Balkontür wieder zugeschoben, damit der Qualm nicht in die Wohnung zieht. Was mir nicht auffiel, war, dass die Tür sich wieder in der Kippstellung verriegelte. Das bemerkte ich erst, als ich meine Zigarette fertig hatte - ich kam nicht mehr in die Wohnung.

Nun stand ich draußen auf dem Balkon - und alles was ich bei mir hatte, war mein Feuerzeug.

Nach einigen vergeblichen Versuchen, die Tür zu öffnen, kletterte ich vom Balkon herunter in die Einfahrt zu den Hinterhäusern. Ab nach vorne zum Haupteingang und versucht, jemanden herauszuklingeln, der meine Vermieter kannte und anrufen konnte, damit diese mit dem Reserveschlüssel kommen könnten.Die einzige Hilfe bekam ich von einer älteren Dame, die mir riet, es doch im Hinterhaus zu versuchen. Dort würde jemand wohnen, der meine Vermieter kennen würde.

Nächster Versuch im Hinterhaus. Dort kam gerade ein junger Handwerker heraus, den ich um Hilfe bat. Er versuchte sein Möglichstes, sowohl die Wohnungstür wie auch die Balkontür zu öffnen. Dabei lernte ich, im kurzen Rock schicklich auf einen Balkon zu klettern, ist gar nicht so einfach.Leider war der junge Mann genauso erfolglos wie ich.

Nach mehreren weiteren Klingelversuchen im Hinterhaus erreichte ich eine Dame etwa in meinem Alter, die meine Vermieter kannte. Um diese nicht extra über eine weite Strecke kommen zu lassen, bat ich zuerst um stabilen Draht oder Schnur. Einen Versuch, die Tür zu entriegeln, wollte ich mir noch gönnen.

Mit der Schnur klappte dies auch - ich war wieder in der Wohnung.

Als ich dann die Schnur zurückgab und mich herzlichst bedankte, wurde ich mit den Worten verabschiedet "Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Urlaub, Frau ...."

Ich habe wieder mal erfahren, dass das Kopfkino wesentlich schlimmer ist als die Realität. s

Caro

 

tja, Frauen sind halt manchmal etwas uneschickt, damit müssen wir leben.

ich hab deine Geschichte gelesen, mit einem Schmunzeln im Gesicht. Danke dafür.