Diskussions-Thread über Wahrnehmung

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susanne-ffm
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dabei seit: 14.10.2007

Natürlich ist nicht alles Friede Freude Eierkuchen

Und logischer weise hört man erstmal die postiven geschichten beim transit - nur wer genauer liest oder auch chattet bekommt wohl negativ auswirkungen beim transit zu hören.

Ja es gibt die Eltern, Freunde , Job verlieren - habe ich alles schon gehört/gelesen , wo angleichung schlecht gelaufen ist usw.

und was die Wahrnehmung betrifft - ja es gibt Gegenden die ich versuche zu meiden (auch abhängig von der Uhrzeit) aber glaubt ihr im ernst das währe bei Bio Frauen anders ?

gutes Passing = dumme anmache weil du gutes passig hast und er dich in die kiste haben will

mittleres passing = keine anmache keine sprüche - nicht auf dem radar

schlechtes passing = dumme anmache weil du anders bist und das seinem weltbild widerspricht.

übrigends kann auch ein mann in bedrängniss kommen

ich hatte warscheinlich glück das ich in der mehrzahl positiv überrascht wurde beim outing und das die negativ reaktionen eher selten sind.

Frage warum sollte ich mir gedanken machen darüber was andre leute von mir denken könnten ?

Dumme Anmache bekomme ich mit - heimliche ablehnung ist mir egal (muss es auch)

Heike_007
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dabei seit: 10.04.2006

Das Ganze ist auch eine Frage des Selbstbewusstseins. Sensible Menschen mit wenig Selbstbewusstsein nehmen Ablehnung nun mal viel stärker wahr als Zeitgenoss(inn)en mit dem sprichwörtlichen "dicken Fell".

Da der Mensch nun einmal dazu neigt, alles durch seine eigene "Erfahrungsbrille" zu sehen, ist es auch nicht ganz einfach, sich in Andere hineinzuversetzen.

Ich bin 1,96 m und nicht gerade schlank, ergo ist es nicht gerade leicht, überhaupt ein Passing zu erzielen. Seit 2006 bin ich hier angemeldet und seither zu der Erkenntnis gekommen: Negative Berichte wollte zu keiner Zeit irgend jemand hören, die "Rosarote-Brille-Fraktion" textete alles erbarmungslos zu. In den 7 Jahren habe ich begriffen unter Trannies allenfalls als Pausenclown durchzugehen. Da mir das "dicke Fell" fehlt, das stoisch zu ertragen, habe ich entsprechende Schlussfolgerungen gezogen: Ich schreibe kaum noch Beiträge und beschränke mich zu 99,8 % auf das Mitlesen.

Bei mir mag ein Jeder nach seiner Fasson selig werden (Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1620-1688).

Jana72 EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 03.08.2009

Heike_007 schrieb:
Negative Berichte wollte zu keiner Zeit irgend jemand hören, die "Rosarote-Brille-Fraktion" textete alles erbarmungslos zu.  Ich schreibe kaum noch Beiträge und beschränke mich zu 99,8 % auf das Mitlesen.

 

Ja, ich kann mich gut daran erinnern....vor allem an die RatSCHLÄGE die Dir da hinterhergeworfen worden sind. Du hattest beschrieben,  glaube ich, dass Du bei einer TransFeier dabei warst (Tulip?) , auch in der Öffentlichkeit...und Dich sehr unsicher gefühlt hattest. 

"Erbarmungslos Zutexten" - ich finde, dass hast Du gut formuliert. 

 

Es ist ja nicht so, das die RosaRoteBrilleFraktion nicht ihre Berechtigung hat.    Und die Beiträge von Lotty und Adrea K zeigen  deutlich, dass viele vieles differenziert und sehr real sehen, auch wenn sie andere Meinungen vertreten als ich.  Meine Meinung bleibt aber: Im Insgesamten ergibt das im Austausch von TG's untereinander eine Dynamik in der Kommunikation und Wahrnehmung, die einfach zu stark verzerrt ist, zu einseitig ist. Zu WunschBild- orientiert. Und die teilweise erschreckenden Auswirkungen so einer RosaSichtWeise auf einezelne TG's davon kann man auch gut erkennen, wenn man sie denn wahrnehmen wil, meine ich jedenfalls. 

susannecolonia
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dabei seit: 28.10.2008

Also ich glaube nicht, daß ich diesbezüglich die rosa-rote Brille trage. Ich mache nur wenig Aufhebens darum, wenn ich negative Erlebnisse habe, denn meist hält es sich bei irgendwelchen dumen Verbalatacken. Und das ist mir wirklich sch... egal. Dummheit ist nunmal noch immer kein Verbrechen. Deshalb wird man meinerseits keinen Negativbericht hier lesen.  Etwas anderes ist es natürlich, wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt. Darüber würde ich hier auch schreiben. Ist aber zum Glück nicht passiert.

@Heike Natürlich finde ich es schade, wenn Du das Gefühl hast, von anderen hier auf Deine Berichte quasi mudtod gemacht worden zu sein. Und das unter der "eigenen Klientel". Vielleicht sollte das Anlaß sein, einmal mehr an einen gepflegten Umgang miteinander zu erinnern. Jede(r) von uns sollte das Recht haben, seine/ihre Ansichten und Meinungen zu äußern, ohne Angst haben zu müssen, gleich im nächsten Kommentar in der Luft zerissen zu werden.

Trans-Barbara
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dabei seit: 27.10.2008

Ich grüß' euch  alle, an dieser Konfrontation Beteiligten, als Stimme aus dem Hintergrund mit diesbezüglicher Erfahrung in diesem Forum vor etlichen Jahren! Wobei ich damals zu stark in die Bresche gesprungen bin um etwas durchzusetzen. Meiner Meinung nach haben Heike und Jana den Kern der Diskussion zusammengefaßt und den Nagel auf den Kopf getroffen. Susanne, mir ist es auch sch....egal, was man über Barbara denkt und sagt. Aber! Es gibt immer wieder ein Aber im Leben! Die Narben der Verletzungen, die durch die Ablehnung von Freunden und Bekannten, von denen man Zustimmung und Anteilnahme(vor allem letzteres!) erwartet hatte, sind oder können so groß sein, dass man zum eigenen Schutz nicht mehr darüber sprechen will. Vor allem nicht im Forum! Dazu kommt noch, das man zu wenig über den anderen weiß und deshalb oft der falsche Ton getroffen wird. Ich habe es gerade in einem Austauch per PM erlebt .Beide Seiten haben deshalb Fehler begangen! Barbara!

n/v
Trans-Barbara
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dabei seit: 27.10.2008

  Nachtrag zu dem von mir erwähnten Austausch per PM! Mit offenen Worten lassen sich Missverständnisse regeln und neue Verbindungen aufbauen. Es war ein Gewinn für mich und - so hoffe ich - auch für die andere Seite!  Grüße an diese und an euch von Barbara!

n/v
susanne-ffm
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dabei seit: 14.10.2007

Man gut das es die EU gibt die mal nachfragt:

"Eine EU-weite Umfrage der Europäischen Union für Grundrechte zeigt, dass die Angst der Lesben Gay Bi Transgender -Personen vor Diskriminierung, Schikanen und Gewalt groß ist und nicht grundlos"

hier der Link zum Artikel

http://www.heise.de/tp/artikel/39/39152/1.html

und hier zum Umfrage ergebnis

http://fra.europa.eu/DVS/DVT/lgbt.php

Video + PDF

http://fra.europa.eu/en/publication/2013/eu-lgbt-survey-european-union-lesbian-gay-bisexual-and-transgender-survey-results

in unseren Gefilden sieht doch recht gut aus ...

und Italien Urlaub ist auf Lebenszeit gestrichen ...

 

Heike_007
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dabei seit: 10.04.2006

susannecolonia schrieb:
Also ich glaube nicht, daß ich diesbezüglich die rosa-rote Brille trage. Ich mache nur wenig Aufhebens darum, wenn ich negative Erlebnisse habe, denn meist hält es sich bei irgendwelchen dumen Verbalatacken. Und das ist mir wirklich sch... egal. Dummheit ist nunmal noch immer kein Verbrechen. Deshalb wird man meinerseits keinen Negativbericht hier lesen.  Etwas anderes ist es natürlich, wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt. Darüber würde ich hier auch schreiben. Ist aber zum Glück nicht passiert.
Als 1,96 m-Walküre fällt frau automatisch mehr auf als z. B. mit 1,75 m. Demzufolge muss ich mit wesentlich häufigeren Reaktionen meiner Mitmenschen umgehen als Trannies, die schon von der Figur her mehr "als Frau durchgehen". Das ist nicht einfach. Über jeden "schrägen Blick" zu schreiben ist totaler Quatsch.

susannecolonia schrieb:
@Heike Natürlich finde ich es schade, wenn Du das Gefühl hast, von anderen hier auf Deine Berichte quasi mudtod gemacht worden zu sein. Und das unter der "eigenen Klientel". Vielleicht sollte das Anlaß sein, einmal mehr an einen gepflegten Umgang miteinander zu erinnern. Jede(r) von uns sollte das Recht haben, seine/ihre Ansichten und Meinungen zu äußern, ohne Angst haben zu müssen, gleich im nächsten Kommentar in der Luft zerissen zu werden.
In der Luft zerrissen hat mich niemand, aber die Antworten waren sehr oft stereotyp. Es ist wirklich nicht einfach, mit 1,96 m und Schuhgröße 47 überhaupt Klamotten und Schuhe zu bekommen. Das Angebot ist dürftig, nicht selten teuer und ich habe allenfalls die Wahl: nehmen oder es sein lassen. Wortreiche 0815-Kommentare, die gar nicht auf meine speziellen Probleme Bezug nahmen, haben mir jedenfalls nicht weiter geholfen. Wer von der Natur mit einer kleineren und zierlicheren Figur gesegnet ist, kann sich offensichtlich nicht in die speziellen Probleme der "Riesinnen"-Fraktion (> 1,85 m) hineinversetzen.

Bei mir mag ein Jeder nach seiner Fasson selig werden (Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1620-1688).

Suse
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dabei seit: 07.11.2012

Liebe Heike,

du hast natürlich völlig recht! Bin hier nicht so weit in die Tiefen des Forums eingedrungen, um das gelesen zu haben, was du da beschrieben hast. Wer keine Unterschiede macht und nur pauschale Aussagen tätigt und dabei nur von sich selbst ausgeht, dem fehlt m.E. einiges an Intelligenz und Empathie!

Völlig logisch, dass es einen Unterschied macht, wenn man so groß ist und auch noch große Füße hat. Ich betone in Gesprächen immer wieder gerne, dass ich vom Glück gesegnet bin, weil ich 180 cm groß bin, was sich noch in einem brauchbaren Rahmen befindet, dass ich kein Kreuz habe wie ein Ringer und sich meine Schuhgröße zwischen 42 und 43 bewegt, wobei ich zusätzlich darauf achte, dass ich Schuhe kaufe, in denen meine Füße relativ klein aussehen... Ballerinas geht gar nicht!

Andererseits gibt es mittlerweile sehr viele sehr große Frauen. Es passiert mir häufig, dass ich zu einer biologischen Frau hochgucken muss, die auch noch flache Schuhe trägt. Auch diesen Frauen wird hinterhergeguckt. Das Problem ist, dass dort aber beim zweiten oder dritten Blick die biologische Frau an anderen Merkmalen recht eindeutig erkennbar ist. Bei einer transgeschlechtlichen Person ist es natürlich genau umgekehrt. Wenn die Leute zwei oder drei mal hingucken, dann erkennen sie genau die männlichen Merkmale.

Trotz allem bin ich der Meinung, und das hat, wie ich schon mehrfach geschrieben habe, überhaupt nichts mit stealth zu tun, dass es sehr viel auf einen selbst ankommt. Ich wiederhole es gerne: So wie ich selbst damit umgehe und wie ich mich verhalte, so wird es in fast allen Fällen von meinem sozialen Umfeld reflektiert, d.h. wenn ich ohne darüber nachzudenken durch die Welt laufe und das mit der größten Selbstverständlichkeit und Normalität, dann ist es für die meisten Mitmenschen auch relativ normal und selbstverständlich. Bin ich allerdings sehr unsicher und merkt man mir das an, dann wird mein Gegenüber auch unsicher und verhält sich entsprechend. Diese Wahrnehmungen haben m.E. auch nichts mit Transphobie zu tun, oder dass jemand besonders freundlich oder höflich sein will, da diese Reaktionen größtenteils unbewusst bzw. unterbewusst ablaufen.

Klar gehören ein paar äußere Merkmale mit dazu, aber die Größe und die Schuhgröße alleine erzeugen keine Transphobie oder überhaupt negative Reaktionen. Es kommt dabei auch darauf an wie ich mich kleide oder geschminkt bin, ob eine Perücke gleich als Perücke erkennbar ist usw. Wenn Menschen mehrmals hingucken, diese Dinge ganz bewusst wahrnehmen und anfangen sich Gedanken darüber zu machen, dann fangen sie an zu bewerten, d.h. nicht altersgemäß oder sonstwie exotisch gekleidet, schlecht oder zu auffällig geschminkt, Gang wie ein Bauarbeiter usw.

Ich denke, dass man weder das eine noch das andere pauschal behaupten kann! Ob man männlich oder weiblich wahrgenommen wird, ob man negative Reaktionen erleben muss, das ist im Einzelfall völlig unterschiedlich!

LG

Suse

Ich war kein Mann, ich sah nur so aus.

Heike_007
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Reale Person
dabei seit: 10.04.2006

Suse schrieb:
Klar gehören ein paar äußere Merkmale mit dazu, aber die Größe und die Schuhgröße alleine erzeugen keine Transphobie oder überhaupt negative Reaktionen. Es kommt dabei auch darauf an wie ich mich kleide oder geschminkt bin, ob eine Perücke gleich als Perücke erkennbar ist usw. Wenn Menschen mehrmals hingucken, diese Dinge ganz bewusst wahrnehmen und anfangen sich Gedanken darüber zu machen, dann fangen sie an zu bewerten, d.h. nicht altersgemäß oder sonstwie exotisch gekleidet, schlecht oder zu auffällig geschminkt, Gang wie ein Bauarbeiter usw.
Richtig, Größe und Schuhgröße allein erzeugen keine negativen Reaktionen, können diese aber nicht unerheblich verstärken. Ich kann mich noch so stilvoll kleiden (was bei den erwähnten Beschaffungsproblemen gar nicht so einfach ist) und zurückhaltend verhalten, ich werde allein schon durch meine Größe mehr auffallen als Transfrauen mit 15...20 cm weniger Körperhöhe.

Suse schrieb:
Bin ich allerdings sehr unsicher und merkt man mir das an, dann wird mein Gegenüber auch unsicher und verhält sich entsprechend.
Das erscheint bei mir der berühmte springende Punkt zu sein: Mit dem ständigen Denken an alle Unzulänglichkeiten trete ich wenig selbstbewusst und ängstlich auf und provoziere unbewusst damit so manche Reaktion. Da ich keine Lust auf Verbalattacken spüre, bin ich seit einger Zeit wieder auf das Niveau einer Stubentranse abgefallen Sad

Bei mir mag ein Jeder nach seiner Fasson selig werden (Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1620-1688).