Bischof bezeichnet Geschlechtsumwandlungen als Betrug

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Lena4866
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Zitat:
KircheRegensburgs Bischof glaubt, Feminismus und Gender-Wahn sind schuld an Ehescheidungen

Der Regensburger Bischof hat bei einer Buchvorstellung laut Teilnehmer Geschlechtsumwandlungen als Betrug und den Feminismus als Ursache für die hohe Scheidungsrate bezeichnet. Thema des Buches: Seelsorge für geschiedene Wiederverheiratete.Nein, groß angekündigt war die Buchvorstellung im Diözesanzentrum in Regensburg nicht. Dabei ist der dünne Band unter dem Titel „Zur Seelsorge wiederverheirateter Geschiedener“ in diesen Tagen nicht ohne Sprengstoff. Und: Bischof Rudolf Voderholzer ist zusammen mit seinem Vorgänger, Gerhard Ludwig Kardinal Müller, Herausgeber der Reihe. „Ich habe mich gefragt, wie barmherzig die katholische Kirche ist – deshalb bin ich da hingegangen“, sagt Marianne Pesold. Die alleinstehende pensionierte Beamtin fragte sich, wie man mit Menschen in der Kirche umgeht, die den Moralvorstellungen nicht entsprechen. „Ich war entsetzt“, sagt Pesold dieser Zeitung.„Für das Scheitern von Ehen machte der Bischof in seinem Vortrag den Feminismus und ,Gender‘ verantwortlich“, erzählt die Katholikin. Und weiter: „Der Bischof sagte wörtlich, dass Geschlechtsumwandlungen Betrug seien.“ Rudolf Voderholzerhat bislang noch nicht öffentlich am derzeit schwelenden Streit der Bischöfe und Kardinäle zwischen liberaler Haltung (die Kardinäle Marx und Kasper sind hier die Hauptakteure) einerseits und konservativen Kräften (Kardinal Müller ist hier auch qua Amt als Glaubenspräfekt der hervorgehobenste Vertreter) andererseits Stellung genommen. Doch allein die Textauswahl des vorliegenden Bandes (Echter-Verlag, 9,90 Euro) spricht Bände: So werden Texte Joseph Ratzingers aus seiner Zeit als Glaubenspräfekt ebenso zitiert wie die „Überlegungen zur Seelsorge für die wiederverheirateten Geschiedenen“, eine Ansprache von Johannes Paul II. sowie ein Apostolisches Schreiben aus dem Jahr 1981 zu dem Thema. Es wirkt so, als wollten die Herausgeber sagen: Dazu wurde doch schon alles gesagt. Papst Franziskus kann doch nicht gegen den heiliggesprochenen Papst handeln!Geschlechtsumwandlung als Betrug bezeichnetVoderholzer ging laut Zuhörerin Pesold auch auf einen Aufsatz ein, den Joseph Ratzinger als Professor in Regensburg zu dem Thema geschrieben hatte – und der jetzt für Aufsehen sorgte, weil er wiederveröffentlicht wurde: Mit einem völlig anderen Ergebnis zur Frage, ob man wieder heiraten und zur Kommunion zugelassen werden darf. „Er sagte, das sei dem politischen Druck gegenüber der orthodoxen Kirche geschuldet gewesen, damals, 1972“, so Pesold. Doch man fragt sich: Welcher Druck hätte auf einem Regensburger Theologie-Professor lasten können?Bischof empfahl die „Josefsehe“Der Bischof empfahl bei dem Vortrag übrigens die „Josefsehe“ – Josef war ja bekanntlich bei Maria geblieben, obwohl er nicht Vater Jesu war. Anstatt sich zu trennen, sollten Paare also zusammenbleiben. Für Frau Pesold, die selbst keinen Partner hat, ist die Haltung der Kirche nicht nur „umbarmherzig. Ich frage mich schon lange, wo sind eigentlich Menschen wie ich? Sie spielen in dieser Kirche doch gar keine Rolle, sondern nur glückliche Familien.“ Voderholzer erläutert auch, warum er diese Texte jetzt veröffentlicht: „Es scheint angebracht, in der gegenwärtigen Diskussion (...) die Beiträge in Erinnerung zu bringen und damit der Gefahr vorzubeugen, hinter bereits gewonnene Einsichten und Erkenntnisse zu fallen.“ Die Absicht also ist klar: Für was führt man die Debatte eigentlich, wenn doch alles schon gesagt ist? Übrigens meinte Voderholzer bei der Vorstellung des Bandes auch, dass auch die Partner von wiederverheirateten Geschiedenen von der Kommunion ausgeschlossen seien. Auf Kinder aus diesen Beziehungen ging er nicht ein.

http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Regensburgs-Bischof-glaubt-Feminismus-und-Gender-Wahn-sind-schuld-an-Ehescheidungen;art1172,280144

Ella
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dabei seit: 27.12.2005

Man kann von dieser Organisation ja wohl kaum etwas anderes erwartet haben - schon die etwas sozialere und globalisierungskritische Einstellung des aktuellen Papstes ist überraschend. Mehr ist da nicht drin. Aber ist das wirklich so wichtig? Sollte man als aufgeklärter Mensch und Humanist Organsisationen, die ihre Fans über den rivalisierenden Machtanspruch von unsichtbaren Freunden in teilweise blutige Fehden treiben und obendrein aller Ratio Hohn sprechen, nicht einfach ad acta legen?

Die Karawane bellt, der Hund zieht weiter...

Angelique
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dabei seit: 15.01.2008

Religion ist Opium fürs Volk...

...ist von Stalin aber irgendwie wahr.

 

Angelique

n/v
Tilly D
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dabei seit: 15.04.2014

So, da muß ich jetzt noch etwas lästern!

Auch auf die Gefahr hin daß ich mein Seelenheil verspiele.

Die Gedanken und Aussagen kommen von alten, aber bestimmt inteligenten Männern, die ein 2000 Jahre altes Buch sehr ernst nehmen.

Aber es sind Männer, mit Hormonen, Trieben, usw!

Wie geht das? Ich aus meiner Sicht verstehe es nicht, ich war kein Mann, hatte aber trotzdem männliche Hormone und Triebe.

Jetzt habe ich weibliche Hormone, die sind richtig für mich, die Triebe sind anders, aber da.

Bin ich nun ein Hirnloses Weichtier, das sein Geschlecht nach Bedarf ändern kann?

Oder ändert der Triebstau das Hirn zum Weichtier, hauptsache das Geschlecht bleibt unangetastet?

Nun......jetzt ist gut.

 

Tilly

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Gibt es denn irgendwo nähere Informationen darüber, was er genau gesagt hat?

Viele liebe Grüße

Beate 

Lena4866
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dabei seit: 01.07.2005

Beate_R schrieb:

Gibt es denn irgendwo nähere Informationen darüber, was er genau gesagt hat?

Zitat aus dem Link oben:

Zitat:
„Der Bischof sagte wörtlich, dass Geschlechtsumwandlungen Betrug seien.“

Das geschah bei einer Buchvorstellung, seine genauen Positionen stehen in dem vorgestellten Buch "Titel „Zur Seelsorge wiederverheirateter Geschiedener" "(Echter-Verlag, 9,90 Euro)".

susannecolonia
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dabei seit: 28.10.2008

Ich denke, daß dieses Buch, wenn es überhaupt gelesen wird, in Regalen verstauben wird, wie schon so vieles, was seitens dieser Institution über die Menschheit ausgegossen wurde. Wie sagte Max Liebermann:"Erst jar nich injoriern"

susannecolonia
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dabei seit: 28.10.2008

... dasselbe gilt wohl auch für irgendwelche Aussagen, die während der Buchpräsentation seitens eines relativ unwichtigen Bischofs aus dem Mund gekommen sind.

Kaylee EX
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dabei seit: 30.08.2013

Frage mich ob es nicht Betrug ist sich als des Herr Gott's Bodenpersonal zu bezeichnen, wenn man Wörter wie "Geschlechtsumwandlung" gebraucht. Ein wenig mehr Göttliche Einsicht müsste es da doch irgendwie geben.

Ich halte einfach so Bischof sein für Betrug! Tongue

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

susannecolonia schrieb:

... dasselbe gilt wohl auch für irgendwelche Aussagen, die während der Buchpräsentation seitens eines relativ unwichtigen Bischofs aus dem Mund gekommen sind.

Ja und nein. Immerhin ist es ein Bischof. Da das Büchelchen Regieanweisungen fürs subordinierte Bodenpersonal enhalten könnte, könnte es schon Wirkung haben. 

Mich hat die sache übrigens dazu veranlasst, mal zu googeln, wie die Altkatholen das so handhaben. Und siehe da, da scheint sich in den letzten Jahren etwas zu entwickeln. (Wer nicht weiß, wer die Altkatholiken sind: die haben sich 1870 dem Unfehlbarkeitsdiktat des Papstes widersetzt, wurden dafür exkommuniziert und machen seitdem ihr eigenes Ding (vereinfacht gesagt...)).

Viele liebe Grüße

Beate 

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Die Altkatholiken sind mir diesbezüglich auch schon positiv aufgefallen. Leider gibt es in Deutschland wenige Gemeinden, ich müsste dafür bis nach Nürnberg fahren. Und wo ich schon die Mehrzahl der Gottesdienste in der Kirche "schwänze", deren Kirchturmuhr in meiner Wohnung zu hören ist, schreckt mich die Vorstellung ab, halbwegs regelmäßig eineinhalb Stunden pro Richtung mit Bus und Bahn zu den Gemeindeveranstaltungen fahren zu müssen. Und Minderheitenkirchen neigen meistens dazu, sozialen Druck in Richtung aktiver Mitarbeit aufzubauen...