Benachteiligung von Trans* insbesondere im Arbeitsleben - Ausarbeitung für den Bund

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susanne-ffm
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 Die Antidiskrimnierungsstelle des Bundes hat sich mal Gedanken machen lassen (externer Auftrag) wie es en ausssieht mit der Diskrimnierung von Transmenschen. Und die beziehen ausdrücklich alle ein die in diese Abteilung fallen - trotzdem ist die Arbeit TS lastig geworden - ich sach mal naturgemäss da gibts wenigstens Quelle die ausgewertert werden konnten.

http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/benachteiligung_von_trans_personen_insbesondere_im_arbeitsleben.pdf?__blob=publicationFile

Ich habe mir das erstmal im Schnelldurchlauf selbst gelesen - auf jedenfall sehr intressant

also ich muss mir das werk noch ein paar mal in Ruhe lesen

 

Nur: fast kommt man auf die frage - wenn die schon ettliche Webseiten untersuchen warum fragen die denn nich mal nett wie es aussieht mit der Diskrimnierung - was wir so erlebt haben.

 

 

 

Jeanine EX
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dabei seit: 16.11.2009

was mir beim Lesen aufgefallen ist, obwohl es nur in einem Satz beiläufig erwähnt wird. Die Antidiskriminierungsstelle hat auch eine interessante Umfrage gemacht: danach lehnen 40% der Frauen und 50% der Männer alles was mit trans zu tun hat, komplett ab

Girlie be all you can be

Petra-Susanne
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Ich habe gerade mal an sehr wenigen Stellen in den Text reingeschaut. Zumindest werden die schon letztlich mla im europäischen Kontext berichteten Studien fleißig zitiert (z.B. zu den Maltesischen Prozentzahlen in verschiedenen Kontexten). Diese Untersuchung aus 2010 hatten wir ja letztlich hier schon mal ob ihrer mäßigen statistischen Aussagekraft verrissen.  Smile

Mal schauen, ob diese anscheinend etwas neuere deutsche Studie beim genaueren Durchlesen vielleicht doch etwas mehr zu bieten hat ...

Liebe Grüße,

Petra

Mädels, traut euch raus, insbesondere in die anonyme Öffentlichkeit! Ich bin jedenfalls in den letzten 10 Jahren noch von niemandem gebissen worden!

Sama79
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dabei seit: 10.11.2006

Sieht interessant aus, vielen Dank.

Sama79
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dabei seit: 10.11.2006

Von Interesse ist für mich vor allem der Abschnitt "2.5 Rechtsprechungsübersicht (Deutschland): Trans*Personen und Erwerbsarbeit" und hier das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt a. M., das 2007 die Klage eines FzM-Transsexuellen auf Einstellung in den Polizeivollzugsdienst wegen "Schwankungen und Abhängigkeit von der Hormonmedikation" abgelehnt hatte.

Der Verteidiger hatte auf das Urteil Verfassungsbeschwerde eingelegt. Da dies nun schon über dreieinhalb Jahre zurückliegt, wird man wohl in den nächsten 12-24 Monaten damit rechnen können, daß eine Entscheidung über die Sache ergeht.

Problematisch waren hier insbesondere Umstände wie

  • Gleichheitsgrundsatz im Sinne des Grundgesetzes
  • Freiheit über die Berufswahl
  • Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz ("Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.")
  • TS als Behinderung im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes ohne Feststellung eines konkreten Behinderungsgrades

Ich könnte mir im Prinzip vorstellen, daß dem Urteil stattgegeben wird. Die Polizei Hessen wird im Rahmen ihres "Beurteilungsspielraums" über eine Einstellung die Tatsache, daß der Kläger bereits seit über zehn Jahren ohne gesundheitliche Einschränkungen mit Hormonen und erfolgter gaOP lebt, möglicherweise nicht ausreichend gewürdigt hat. Daraus ließe sich ableiten, daß der Kläger im Vergleich zu Mitbewerbern nicht die gleichen Chancen über eine Einstellung hatte, da sie ihm ja schon vorweg aufgrund der Feststellung des Amtsarztes über die Polizeidienstuntauglich genommen worden waren. Eine Einstellung lag zudem auch nahe, weil er im übrigen Auswahlverfahren als bester Kandidat abgeschnitten hatte.

Aber auch wenn das Urteil für den Kläger ausgeht - einen Anspruch auf Einstellung hätte er dadurch nicht, jedenfalls wenn bei einer erneuten Bewerbung die Polizei nun auf andere Erwägungen stützt. Schlecht vorstellbar allerdings, vor allem politisch gesehen - es sei denn, man will das Image der hessischen Polizei in Bezug auf "Ablehnung von Transsexuellen" noch weiter nach unten ziehen.