"transvestismus" in alten Volksbräuchen

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Triona
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hier eine nette zufallsentdeckung:

http://www.zeit.de/reisen/2011-01/fs-silvesterchlausen-2?endbiga=end

fotostrecke "wilde männer - große glocken",
besonders bilder 3, 5 + 7 beachten.
auch hinter den frauenmasken stecken männer.

 

liebe grüße
triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Kalen
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Hi,

wundern tut mich das nicht Wink

Die Geschichte der verschiedenen Kulturen ist voll mit zweigeschlechtlichem Brauchtum und auch Kulten/Göttern.

Wäre interessant mal die Geschichte dieses Brauches zu lesen und aus welcher Zeit er stammt.

Bei den Kelten gab es auch Feiertage an der Druiden als Frauen der Göttin huldigten.

Hab da irendwo einen Verweis in einem Buch über Kelten und Druiden.

Gerade im Schamanismus und in der Alchemie früherer und heutiger Zeit sind Geschlechterwechsel und Geschlechtermix ein Thema.

Ein interessantes Buch ist dazu:

Der Weibmann - Transsexualität und Transvestitismus im Schamanismus / von Gisela Bleibtreu-Ehrenberg

 

 

 

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Kalen schrieb:

Wäre interessant mal die Geschichte dieses Brauches zu lesen und aus welcher Zeit er stammt.

 

1. in dieser form eindeutig nach der einführung des christentums, da auf st.nikolaus bezogen.

allerdings werden wohl die wurzeln bedeutend älter sein, da die christlichen kirchen immer schon die terminlich am sonnen- oder mondkalender orientierten feste der heiden vereinnahmt + mit ihrer ideologie überlagert haben.
und die figuren stammen für mich zieml eindeutig nicht direkt aus der christl mythologie.

wie zb Jul / wintersonnenwende > weihnachten (der termin ist vollkommen willkürlich, da zur zeit seiner einführung kein mensch mehr wüßte, wann jesus c. aus n. geboren wurde.)
oder ostern = kultfest mit fruchtbarkeitsriten (deshalb auch osterhase, eier, küken usw) zu ehren der ostara, soweit ich weiß einer fruchtbarkeitsgöttin. (auch der genaue todestag bzw wohl genauer tag der hinrichtung von jc ist glaube ich nicht überliefert.)

2. vor der einführung gregorianischen kalenders.
also vor dem freitag 15. oktober 1582 (bzw dem ende des 16. jh)
was aus dem termin sylvester = 13. januar hervorgeht.

daß der brauch heutzutage teilweise auch parallel (also 2 x / jahr) am 31. dez aufgeführt wird, hat wohl eher gründe in der eifrigen förderung des fremdenverkehrs.
schließl fällt der 13. jan heutzutage eher außerhalb der allgemeinen winterferien an schulen + betrieben.

auch wird der brauch anscheinend auch heutzutage noch schöpferisch ergänzt.
so stammt zb das kostüm des "naturklauses" laut ZEIT-online aus den "sechzigerjahren", ich vermute mal, sie meinen die 1960-er-jahre.

und batteriebeleuchtung hatten sie im mittelalter auch noch nicht.

 

liebe grüße
triona

 

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Triona
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dabei seit: 05.10.2007

ach ja, wundern tut mich derartiges grundsätzlich nicht.
so war frauen zb zur shakespear-zeit in england (+ wahrscheinl nicht nur dort) grundsätzlich verboten.
alle rollen wurden da im theater von männern dargestellt, auch die weiblichen
(wenn ihr mal die gelegenheit habt, den film "stage beauty" zu sehen > nix wie rein.
das ist ein ganz wunderschöner film, einfach hinreißend.
hat mich zu tränen gerührt.
wurde leider viel zu wenig beachtet + wird darum auch nur äußerst selten gezeigt.
als der vor ein paar jahren rauskam, mußte ich in einem kleinstadtkino im vogtländischen auerbach sogar 2 std warten, weil ich zur ausgewählten vorstellung ein paar minuten zu spät war + in dieser vorstellung die einzige zuschauerin gewesen wäre, so daß sie ihn gar nicht gestartet hatten.
in der nächsten waren wir dann 3 oder 5 im kleinen saal.
aber die anderen waren auch begeistert.
lief dort auch nur an 1 tag.)

im alten griechenland war das anscheinend vorwiegend auch so.

 

liebe grüße
triona

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jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Triona schrieb:
in dieser form eindeutig nach der einführung des christentums, da auf st.nikolaus bezogen.

 

Hallo Triona,

auf dem Balkan als Sveti Nikola bekannt.

LG Cveta

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

Hi,

Stage Beauty ist sehr gut, den hab ich als DVD.

Die Kirche hat Kastraten "erzeugt", wenn sie auch sonst Sodomie und ähnliches vernichtet hat.

Sie haben ärmeren Familien ihre Kinder abgekauft, dann die ... abgeschnitten, damit gerade diese meist "femininen"  Jungen keinen Stimmbruch bekommen.

Viele der Castrati haben, als die Oper verstärkt aufkam, die Frauenrollen gespielt und häufig auch soziel die weibliche Rolle gelebt.

Herr Shakespeare wird schon wissen, warum er den Begriff DRAG (dressed as girl) in seinen Stücken nutzte Wink

Wenn ich nicht irre war das bis 1910 noch erlaubt, um die Zeit durften dann auch Frauen in den Kirchen anfangen zu singen, was vorher auch verboten war.

 

Die Geschichte und Kultur der TG in den verschiedenen Kulturen ist sehr spannend, gerade in Bezug auf die Kirche und ihre Taten zu bestimmten Zeiten.

Es zeigt auch sehr gut den "gesellschaftlichen Druck" dem wir heute teilweise erliegen.

Andere Zeiten andere Sitten.

 

Ich will mal sehen das ich Zeit für eine Buchliste finden. Das hab ich schon länger vor.

Auf dem Workshop in zwei Wochen werden wir gerade diese Dinge und die Kulturen beleuchten.

 

Danke für den Hinweis auf den Artikel.

Gruß

Kalen

 

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Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

In Griechenland war es Teil des Glaubens, das die Götter als Menschen wandeln.

Unsere Art, waren durch die Zweigeschlechtlichkeit (egal ob gefühlt, oder sozial oder im Bereich der Intersexualität), die Mittler zwischen den Menschen und den Göttern. Da hab ich mich aber noch nicht so tief eingelesen.

 

Bei den Indigen Völkern Nordamerikas sind wird bei vielen Stämmen Teil des Schöpfungsmythos.

Das ist ein nettes komplexes Thema Wink

 

Falls jemand einen Buchtip zu dem Thema, gerade in Verbindung mit der europäischen Kultur und den Griechen hat, bin interessiert.

 

Bis denne

 

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jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Hallo Kalen,

auch die Antroposophie hat da einen interessanten Ansatz, die Androgynie als paradiesischer, göttlicher Zustand:

http://wiki.anthroposophie.net/Geschlechtertrennung

http://wiki.anthroposophie.net/Androgyn

 

LG Jasmina

PS: Ich beschäftige mich mit Anthroposopie im Rahmen einer Bewerbung bei einem antroposophisch ausgerichteten Arbeitgeber.

 

 

 

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Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

Wenn das dein Zugang ist, nutze ihn.

Ich hab von Herrn Steiner gehört, lebte er doch auch zu Zeiten von Herrn Hirschfeld der unsere Szene deutlich prägte Wink

 

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rika
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dabei seit: 02.12.2007

In Japan ist Kabuki-Theater höchste Kunst und mittlerweile als Weltkulturerbe anerkannt. Alle Frauenrollen werden von Männern gespielt, die häufig aus Schauspielerfamilien stammen und von Kindheit an darauf trainiert werden.

rika

n/v
Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

Nicht nur das, sie lehrten auch die Töchter, was Frau sein bedeutet und die Etiquette Wink

Ist schon eine lustige Welt in der wir leben.

Männer die Frauen darstellen, lehren Mädchen was es heißt Frau zu sein.

 

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