Türkische Kleidung

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Triona
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Alita-Saleema schrieb:

Tante Edith sagt: Diese Nachricht hat sich soeben von selbst zerstört

Watten dat?

Wollt ich grad zitieren + was drauf antworten.

Tri

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Roxanne
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Triona schrieb:
Und was ist daran so extrem?

Das kann ich dir sagen. Erstens überhaupt die angenommene Nähe von staatlich/rechtllich verordneter Kleidungsordnung in einem "Gottesstaat" wie dem Iran mit unserer Lebensweise und zweitens die Beschreibung westlicher Mode als "Dauerprostitution für jedefrau".

Natürlichkeit ist langweilig    

Triona
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Roxanne schrieb:

Triona schrieb:
Und was ist daran so extrem?

Das kann ich dir sagen. Erstens überhaupt die angenommene Nähe von staatlich/rechtllich verordneter Kleidungsordnung in einem "Gottesstaat" wie dem Iran mit unserer Lebensweise und zweitens die Beschreibung westlicher Mode als "Dauerprostitution für jedefrau".

Angenommene Nähe?

Ich habe doch gerade geschrieben, daß dies das andere Extrem wäre - womit ich meinte das gegenteilige.

Gut finde ich weder das eine noch das andere.

Ich hätte eher gedacht, daß dir das einleuchtet, weil du doch auch gegen Extreme + Fundamentalismus bist.

Der "Gottesstaat" mit seiner religiös verbrämten Unterdrückung von Frauen ist doch der scheinbar extreme Gegensatz zu unserer vorrangig an wirtschaftlichem Gewinn orientierten Lebensweise, die wohl auch den Bereich der Mode umfaßt.

Und das, was große Teile der hiesigen Medien (besonders Werbung, aber nicht nur) in Fragen der Mode (hauptsächlich für Frauen, aber nicht nur) propagieren, soll doch auf mehr oder weniger unterschwellige Art suggerieren, daß nur "in" ist, wer ständige Verfügungsbereitschaft zeigt. Wer "unsexy" ist, ist prüde, verklemmt, hat keine Erfolgschance, usw.

Mit gewerblicher Prostitution im engeren Sinne ist das noch nicht gleichzusetzen. Aber die versteckte Botschaft steckt schion irgendwie dahinter. Bloß eben ohne direkte Geldzahlungen. Quasi umsonst und hinten herum.

 

Liebe Grüße

Triona

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AnneTG
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Veronique schrieb:

Hallo ich bin zufällig hier drüber gestolpert.

http://www.liva-mode.com/ProductDetail.asp?pId=296&Lan=De

Kann jemand nachvollziehen warum ich sowas gern mal tragen würde ?

 

 

Kleidung hat eine hohe symbolische Bedeutung. Eine Frau drückt mit ihrer Kleidung aus, wie sie gesehen werden will. Nicht nur in islamischen Kulturkreisen, aber vor allem dort, spiegelt Kleidung auch immer die soziale Stellung der Frauen wider, die ihnen zugeschrieben wird. Das erklärt auch die Bedeutung des Kopftuchs im Islam. Es schreibt der Frau eine bestimmte Rolle zu, die der Islam ihr zuweist. Da ich ich mit dem Frauenbild des Islam meine Probleme habe, kann ich mich mit dessen Kleidungssymbolen nicht wirklich identifizieren. Mir gefällt vor allem die körperlose, ja fast körperabweisende Kleidung vieler türkischer Frauen nicht, die man in unserem Straßenbild sieht, z.B. mäntelartige Gewänder, die der Frau, die sich darunter verbirgt, die Individualität abspricht.

Trotzdem finde ich die Kleider auf genannter Webseite auf eigentümliche Weise attraktiv, wenn auch nicht die Kopftücher, die gleich mit abgebildet werden. Dies erinnert mich an die Kleidung vieler Frauen, die ich in Jordanien gesehen habe: sehr körperbetont, bunt, den Körper verhüllend, aber inddividuell und teilweise erotisch.

Also, ich bin gespalten bei dem Anblick.

Anne

 

claudiaw
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dabei seit: 18.12.2004

Habe in Esfahan im Basar gesehen, dass Tschador durchaus nicht gleich Tschador ist ... von Leinen bis fast durchsichtiger Seide ist die Spannweite dort sehr groß (mit letzterem würde nicht nur im Iran kaum eine Frau auf die Strasse gehen, wenn sie nicht wegen Erregung der öffentlichen Ordnung verhaftet werden wollte...)

Und in Tehran kann man sehen, dass beim Kopftuchtragen eine durchaus SEHR große Spannweite herrscht zwischen dröge und sexy oder darüber hinaus (was dann je nach Laune und Tagesanweisung wohl auch mal wieder die Revolutionswächter auf den Plan ruft...)

Das, was hier in unseren Innenstädten in den Köpfen einiger Leute abgeht, die solch eine Mode tragen (müssen), hat wohl meist konservativere Hintergedanken (und einen m. E. durchaus hinterfragenswürdiges Verständnis vom Erhalt der eigenen Identität), als dies in den Herkunftsländern der Betreffenden der Fall ist. So ganz unschuldig sind wir Deutsche daran nicht, denn wenn wir den Leuten (zumeist türkischer Herkunft) hier oft ein nur  rudimetäres Gefühl von Heimat vermitteln, braucht man sich nicht zu wundern, dass die "alte" Heimat verklärt wird. Nur, dorthin können diese inzwischen Heimatlosen inzwischen auch kaum noch zurück, weil sich das Land dort in 30 Jahren auch verändert hat. So flüchtete man sich in "alte" Werte und Gedanken, wo z. B. die Frau dem Mann noch "gehorcht" hat. das Kopftuch ist dann ein Ausdruck davon und zeigt auch nach außen, dass der Herr im Hause noch was zu sagen hat. Würde er sich die geeigten Outfits mal etwas genauer anschauen, würde er merken, dass seine Absicht von den Damen inzwischen oft schon ins Gegenteil verkehrt worden sind (was ja auch die gezeigte Modestrecke zeigt). 

Es zeigt sich ja in der Praxis oft genug, dass die jungen Mädels mental kaum Probleme haben auszubrechen, wenn sie das richtige Alter erreicht haben, was dann zum Einsatz von physischer Gewalt auf der anderen - enttäuschten, sich verraten fühlenden - Seite führt.

Claudia

 

ElleCommandante
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dabei seit: 20.06.2005

claudiaw schrieb:
Das, was hier in unseren Innenstädten in den Köpfen einiger Leute abgeht, die solch eine Mode tragen (müssen), hat wohl meist konservativere Hintergedanken (und einen m. E. durchaus hinterfragenswürdiges Verständnis vom Erhalt der eigenen Identität), als dies in den Herkunftsländern der Betreffenden der Fall ist. So ganz unschuldig sind wir Deutsche daran nicht, denn wenn wir den Leuten (zumeist türkischer Herkunft) hier oft ein nur  rudimetäres Gefühl von Heimat vermitteln, braucht man sich nicht zu wundern, dass die "alte" Heimat verklärt wird.

 

Das muß man so nicht unterschreiben... Zwar ist richtig, daß die deutsche Einwanderungspolitik ("Deutschland ist kein Einwanderungsland") hinreichend versagt hat... Ebenso richtig ist aber auch, daß die hier so Auftretenden alles andere als Vertreter der "Eliten" ihres Herkunftslandes darstellen... Und wäre dieser Gedanke nun ausformuliert, das Erbrechen der Gutmenschen begönne...

 

E.

n/v
Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Ich denk mal, es ist eine Tatsache, daß viele - wenn nicht die meisten der türkischen Einwanderer, die seit ca. 50 Jahren als billige Arbeitskräfte nach DE geholt wurden, vornehmlich aus den damals schon rückständigsten Regionen der Türkei kamen.

Durch Abkapselung in teilweise ghettoähnlichen Gemeinschaften - sei es aus eigenem Antrieb oder wegen Ablehnender Haltung der deutschen Bevölkerung - haben sie sich oft die Denkweise der damals in der Türkei schon rückständigen Regionen bewahrt. Weitgehendst lösgelöst von den zwischenzeitlichen Entwicklungen in der Türkei.

Nachdem sie damals angeblich als "Gastarbeiter" zum angeblich vorübergehenden Aufenthalt geholt worden sind, leben viele schon im der 3. Generation hier. Sozusagen als kulturell nicht integrierte Deutsche.

Selbst wenn sie lieber in die Türkei gehen wollten, so ginge das für die alllermeisten gar nicht.

Und ich denk mal, daß die meisten von ihnen sich in der heutigen Türkei auch nicht mehr zurechtfinden würden.

Irgendwie ein echtes Problem für alle Seiten.

Eines von vielen, das sich im Zeichen der wirtschaftlichen "Globalisierung", massenhaften Wanderung von Arbeitssuchenden, Flüchtlingen und anderen Entwurzelten weltweit ausgebreitet hat.

 

Liebe Grüße

Triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

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Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Alita-Saleema
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dabei seit: 19.11.2006

claudiaw schrieb:
Das, was hier in unseren Innenstädten in den Köpfen einiger Leute abgeht, die solch eine Mode tragen (müssen), hat wohl meist konservativere Hintergedanken (und einen m. E. durchaus hinterfragenswürdiges Verständnis vom Erhalt der eigenen Identität), als dies in den Herkunftsländern der Betreffenden der Fall ist. So ganz unschuldig sind wir Deutsche daran nicht, denn wenn wir den Leuten (zumeist türkischer Herkunft) hier oft ein nur  rudimetäres Gefühl von Heimat vermitteln, braucht man sich nicht zu wundern, dass die "alte" Heimat verklärt wird.

Wie kommt es dann, dass sich viele Muslime laut einer aktuellen Umfrage des amerikanischen Gallup-Institutes sich westlichen Werten und den Staaten, in denen sie leben, trotz allem verbunden fühlen?

@Triona: Ich hatte an einen "Schwipp-Schwapp-Effekt" gedacht. In einigen Ländern des Nahen Ostens kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man nicht nur bei der Kleidung vieles etwas lockerer und relaxter sieht. Im Gegenzug scheint man in unseren Breiten die Messlatte wieder etwas höher anzulegen..

Grade am Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate mit Dubai, Jordanien, Bahrein und einigen anderen Ländern kann man den Wandel und die Öffnung recht gut beobachten, seit diese vermehrt auf das Thema Tourismus und Handel setzen statt sich auf das immer knapper werdende Erdöl zu konzentrieren..

Bettina EX
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dabei seit: 15.02.2009

Deinen Wunsch kann ich absolut nachvollziehen, es ist eine sehr schöne Kleidung die natürlich einen gewissen Reiz hat.

Nur Frau muss die Kleidung (inklusive Kopftuch) natürlich gerne mögen und auch freiwillig tragen wollen, Frauen Türkischer sowie Arabischer Herkunft tun das ja meistens nicht aus freien Stücken.

LG Bettina

Ich kann meine Träume nicht entlassen, ich schulde ihnen noch mein Leben !

claudiaw
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Liebe Sozialistin, ich bin alles andere als ein "Gutmensch" ... ich sage nur, sowohl die Einstellung vieler Deutscher als auch die Behandlung dieser als Menschen 2 Klasse hat eine Integration nicht gerade vereinfacht. Das man sich von der anderen Seite her auch mal mit seinem Gastland etwas näher befassen müsste (man wohnt und arbeitet schliesslich hier und das schon meist seit Jahrzehnten) steht ausser Frage. Allerdings ist mir aufgefallen, dass es für Aussenstehende sehr schwierig ist, rauszufinden, was uns Deutsche überhaupt antreibt, welche Werte und Normen wir wirklich haben ...

nun gut, es ging um Kleidung; werde mir mal irgendwann in der nächsten zeit einen Besuch in Duisburg-Marxloh gönnen (für Fränginnen und andere: das ist DAS Brautmodenzentrum in Deutschland ... übrigens fest in türkischer Hand!)