Historische Kleider und Unterwäsche !

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Gast
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Tja, was trug die einfache Dame, sozusagen die Bürgersfrau. Es war alles viel einfacher gehalten. Sie bevorzugte dunkle Stoffe und nicht so extravagant weit ausgeschnittene Dekoltees. Ein Reifrock, bzw Panier war auch im Bürgertum ein Muß bei der Festtagsrobe, aber im Alltag gab es ihn nicht.

Zu den Perücken. Ja, die wurden gepudert. Das tat man aber nicht selbst, sondern ließ die Zofe pudern. Das Gesicht wurde dabei mit einer tütenförmigen Maske geschützt.

Und nun zum Herren. Er trug ein Hemd und Kniebundhosen und natürlich Kniestrümpfe. Über das Hemd kam eine Weste, darüber das Justeaucorps (Gehrock). Geschnürt wurde nicht. Ein Mann durfte Bauch zeigen. Er mußte es sogar. Ein Bauch symbolisierte Wohlstand.

Und was Filme angeht, so gibt es nur wenige wirklich gute (aus Klamottensicht gesehen). Dazu gehört die alte DDR Fernsehserie "Sachsens Glanz und Preussens Gloria", die auch nach 20 Jahren immer noch ansehenswert ist. Dann gibt es noch "Gefährliche Liebschaften", Glenn Close, John Malkovich (Die Bibel aller ins Rokoko Vernarrten) und der letzte "Casanova" Film mit H.Ledger in der Hauptrolle. (Ich hoffe ich habe die Namen richtig geschrieben.)
Die meisten anderen Filme sind aus der Klamottensicht Käse, auch wenn sie sonst tolle Filme sind (z.B. Amadeus. Toller Film, aber grottig schlechte Ausstattung)

HEKATE
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dabei seit: 25.09.2005

:roll: Oft übersehen:

Noch bis zur Französischen Revolution war in vielen Ländern
durch behördliche "Kleiderordnungen". die "polizeylich" über-
wacht wurden, oft pedantisch genau festgelegt, welche Stoffe,
wieviel Bänder oder Spitzen usf. die "gemeinen Leute" jeweils
bei ihrer Kleidung verwenden durften - und was nur denen von
"Rang und Stand" vorbehalten blieb:
eine Flut solcher Ordnungen befaßte sich besonders mit den
Perücken - z.B. durften in Wien die Kellner weder Perücken
tragen, noch ihr Haar pudern oder frisieren: sie mußten es
rund verschnitten von einer Art Nachtmütze verhüllt tragen,
damit sie sich schon auf den ersten Blick von allen Gästen
der Lokale unterschieden!
Aus zeitgenössischen Berichten wird allerdings klar, wie oft
insbesonders die Frauen versuchten, sich an den strikten
"Kleiderordnungs"-Vorschriften vorbeizumogeln...

Wissen eigentlich alle Mädels hier, welch unbegrenzte Freiheit
sie heute in der Wahl dessen haben, was sie tragen können?!

Eure gern historisierende HEKATE

n/v
jean-simone
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dabei seit: 26.09.2006

Hello

in Great Britain sind viele Feste wo man hingeht in historisch Costumes. Oder in Pferderennen die da sind. Wenn man da normale hingeht ist man das Objekt das alle gucken, also Costume da nicht vergessen

Simone

Brigitte
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dabei seit: 22.07.2008

Hallo,

in Bruchsal am Schloß ist an Ostern ein Treffen in historischen Kleidern. Letztes Jahr wurde es wegen dem Wetter auf Pfingsten verlegt und ich war zum Schauen dort. Als Mann: "Weißt du nicht wer das ist? Das ist die Brigitte, inkognito!"

Das mit dem Reifrock ist schon beeindruckend, mir hat es gefallen.

Liebe Grüße

Brigitte

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Auch auf Wave-Gotik-Treffen sieht man häufig hübsche historisierende Sachen - neben anderen fantasievollen Ausstattungen.
Zumindest eine schöne Gelegenheit, mal sowas zu tragen.
Ich bin selten so häufig fotografiert worden, wie dort - ledigklich Mittelalterfeste oder Trachtenfeste können da mithalten.

Beim vorletzten WGT in Leipzig bin ich sogar ausgesprochen aufgefallen. Laughing out loud
Hab da eine wunderschöne Fantasie-Ausstattung gehabt - Korsett + ausladender Mehr-Stufenrock - alles in lila.
Unter all dem Schwarz war ich an dem Tag die einzige.

Liebe Grüße
Triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

jannaevi
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dabei seit: 15.12.2004

hallo triona es muss echt was tolles sein für dich , leider bist du nicht alleine der die kleider so mag.
ich bin ja auch der nie genug haben kann an den schönen kleidern.
um so mehr stoff da ist und auch wie viel auch drunter sein soll ist für jeden selbst zu entscheiden, aber bei mir muss ganz schön viel drunter sein das es am besten zur geltung kommen kann , die weite die fülle der kleider zu sehen .
der glanz ist auch was besonderes , da so alle farben zur geltung kommen .
toll wäre wenn mal da bilder zu sehen würden , von den kleidern , es müsste ja für viele was sehr aufregendes sein . alles liebe jannaevi die immer so kleider trägt und liebt , das ich nicht alleine da bin drücke euch

Jannaevi Liebe und Hoffnug

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Eine Meldung, die in das Thema passt:

Versteigerung: Stoffliche Erinnerungen an glanzvolle Epochen

Diese Woche versteigert das Auktionshaus Kendzia historische Kleider. Für manche Sammler sind sie eine Wertanlage. "Die Sammlung, die wir anbieten, ist in dieser Fülle und Bandbreite einzigartig", sagt Eva-Maria Uebach-Kendzia. "Sie umfasst Damenkleider aus der Zeit von 1880 bis 1960."

„Ich bin gegen Mode, die vergänglich ist“, sagte Coco Chanel einst im Interview. „Ich kann nicht akzeptieren, dass man Kleider wegwirft, weil Frühling ist.“

Doch im schnelllebigen Modezirkus ist derzeit nichts so angesagt wie Vintage. In London erzielen historische Kostüme auf Auktionen Rekordpreise, und in den USA bemühen sich Filmstars für den Auftritt auf dem roten Teppich um antiquarische Roben.

In Hamburg bringt das Auktionshaus Klaus D. Kendzia jetzt Kleider vergangener Epochen zur Versteigerung. „Die Sammlung, die wir anbieten, ist in dieser Fülle und Bandbreite einzigartig“, sagt Eva-Maria Uebach-Kendzia. „Sie umfasst Damenkleider aus der Zeit von 1880 bis 1960. Der Schwerpunkt liegt in der Zeit um 1900. Aus dieser Epoche bieten wir Promenadenkostüme, Haus- und Nachmittagskleider, aber auch Abendroben und Capes sowie bühnenreife Kostüme. Abgerundet wird das Angebot durch tragbare Designer-Vintage der 60er- bis 80er-Jahre.“

Zusammengetragen hat die ungewöhnliche Kollektion die Hamburger Gesellschaftsdame Maria Luise Stödter, die vornehmlich in England einkaufte und Museen mit ihren Funden bestückte. Zeitweise zeigte sie ihre Schätze auf Schauen und Ausstellungen. Aus Altersgründen trennt sie sich nun von ihrem Fundus, der seit Jahren nicht mehr zu sehen war.

(Den ganzen Artikel bei WELT Online..)

Natürlichkeit ist langweilig