Zukunft der Haarentfernung in Deutschland

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Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

heute muss ich mal das Forum für eine Angelegenheit zweckentfremden, die zwar mich selbst, vor allem aber die komplette Zukunft jeglicher Haarentfernung in Deutschland auf den Kopf stellen kann. Mehr noch - es wird weite Teile der Kosmetik im allgemeinen betreffen.  Am 19.10. soll im Bundesrat eine Verordnung zum Gesetz für nichtionisierende Strahlung verabschiedet werden. In dieser Verordnung sollen weite Teile der apparativen Kosmetik unter die Kontrolle der Ärzteschaft gestellt werden, allen voran der Fachgruppen, die im Beauty-Geschäft aktiv sind. Diese Regularien sollen unsere Berufsfreiheit massiv eingrenzen. Ursprünglich war sogar ein vollständiger Ärztevorbehalt vorgesehen (und zwar nur für diese Fachgruppen, alle anderen Ärzte sollten ebenfalls ausgeschlossen werden), also ein Berufsverbot für alle Nichtmediziner, die sich in irgendeinem Teilgebiet der apparativen Kosmetik spezialisiert hatten.  Dazu wurden die Ergebnisse einer Studie ins Gegenteil uminterpretiert, die aufzeigte, dass bei Kosmetikdienstleistungen in ärztlichen Betrieben schlechtere Ergebnisse und häufigere Komplikationen auftraten.Darf ich Euch daher bitten, Euch diese Petition anzuschauen und nach Möglichkeit auch gegenzuzeichnen und ggf. weiter zu verbreiten: https://chn.ge/2OhGvoG Weitergehende Informationen stelle ich natürlich gerne zur Verfügung.

Viele liebe Grüße

Beate 

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Lasst mich mal ergänzen. Die Verordnung ist duchgekommen wie geplant. Mit all den massiven Auflagen, und mit einem doppelten Damoklesschwert, das im worst case zu einem Berufsverbot in zwei Jahren führen könnte. 

 

Für mich bedeutet das, dass ich den Laden in drei Jahren dicht gemacht haben werde und dann noch 1 1/2 Jahre zur Rente werde überbrücken müssen. 

 

So langsam berapple ich mich wieder. Es fühlt sich nicht gut an, ein Unternehmen, das man selbst aufgebaut hat und damit die eigene Existenzgrundlage aufgrund geänderter rechtlicer Rahmenbedingungen selbst zerstören zu müssen.

 

Und ich werde wohl weder allein sein, noch nin ich die erste. Ein Kunde hat mir bereichtet, dass im Raum Braunschweig bereits zwei Kolleginnen aufgegeben hätten.

Viele liebe Grüße

Beate 

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Umziehen geht nicht? Gilt das europaweit?

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

rafaela62
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dabei seit: 20.01.2008

Hallo Beate!

Seit 09. Oktober 2018 gilt hierfür aber eine neue Regelung / anwendungsgeforderte Empfehlung (rechtlich zwichen Behandlern und Behandlungssuchenden durchsetzbar - siehe Pateintenrechtsgesetz) für die Kostenübernahme der Krankenkassen:

Für die Entfernung der Gesichtsbehaarung bei Trans - Frauen stehen folgende Verfahren zur Verfügung:

Photothermolyse mittels Laser oder Intense Pulsed Light (IPL)

Nadelepilation (Elektroepilation)

Da diese Verfahren für Transfrauen anwendung finden, besteht kein Hindernis, diese auch bei Cis - Personen (Selbstzahler) anzuwenden.

Voraussetzung für diese Behandlungsart:

Eine nadelepilation soll wegen der variablen Ergebnisqualität ausschließlich von erfahrenen Elektrologist_innen vorgenommen werden. Diese gehören nicht zur Gruppe der Dermatologen. Meist handelt es sich um Kosmketiker_innen mit spezieller Ausbildung und entsprechender Erfahrung.

Ich hoffe, ich konnte Dir hiermit etwas die Sorgen vermindern.

Gruß Rafaela

Leitende Betreuerin der SHG Trans Jena   

https://jena.transhilfe-thueringen.de

Optimismus und Selbstvertrauen sind das Wichtigste    

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Nein, konntest Du nicht. darum geht es nämlich gar nicht. Es geht darum, dass die Strahlenschutzverordnung dazu instrumentalisiert wird, den Schönheits- und Hautärzten die Kontrolle über die apparative Kosmetik zuzuschanzen. Das ist ein Markt mit einem Volumen von 2.4 Milliarden €. Um die geht es, und nicht um Einzelschicksale, und erst ganz zuletzt um mich.

 

Was das Umziehen angeht: es geht hier um EU-Recht. Das wird sicherlich in anderen Ländern unterschiedlich umgesetzt, aber ich weiß, dass auch in Polen ganz harte Auflagen für Kosmetikerinnen eingeführt wurden, die etliche zum Aufgeben zwangen.

Außerdem: ich werde dann 64 sein. Da ist es nicht mehr so einfach, mal eben auch das allerletzte bisschen an Sozialkontakten zu zerstören und irgendwo neu anzufangen, in dem die Regelungen nicht so hart umgestzt werden - vorausgesetzt, die Sprachbarriere ließe das zu. Ein voll ausgelastetes Geschäft kann man zudem nicht mal so eben verpflanzen... nee, passt leider nicht - da darf ich mir nichts vormachen. Wenn ich 50 wäre, sähe das alles ganz anders aus.

Es wird also darauf hinauslaufen, dass ich mich in den Unruhestand verabschieden werde. Das müsste finanziell gerade so klappen - falls nicht noch ein weiterer Raubzug der EZB oder der Behörden gegen die kleinen Leute erfolgt.

 

(und wenn es klappt, werde ich wohl trotz allen Unbills das Privileg haben, im Alter ein wenn auch knappes Auskommen zu haben)

Viele liebe Grüße

Beate