Styling und Schulterbreite

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Chantal-TS EX
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denise schrieb:
ich suche immer noch vergeblich nach der intoleranz. eine andere meinung zu haben muss nicht zwangslaeufig bedeuten intolerant zu sein. machbar ist sicherlich vieles, die frage die sich mir stellt ist allerdings, ob alles machbare auch sinnvoll ist.

Sollte das nicht jeder für sich selber entscheiden? Für manche sind GaOPs nichts als Genitalverstümmelung und Zwangsmaßnahmen, damit sich Transsexuelle nicht weiter fortpflanzen. Auch diese Meinung gibt es, aber die muss man nicht teilen. Und auch Du hast nicht verstanden, warum ich ein gutes Passing für wichtig halte. Es geht nicht um Schönheit, sondern um normale Ausstrahlung. Wer mit anderen Menschen umgeht und ständig neue Leute kennen lernt, wird den Unterschied merken. Das hat mir eine Vertrieblerin erzählt, die früher immer Probleme hatte und ständig gefragt wurde, ob sie ein Mann ist, aber nach eine Gesichtsfeminisierung wie ausgewechselt behandelt wurde.

War das jetzt eine unnötige Schönheitsoperation, oder etwas beruhigendes und vernünftigen? Was nützt die beste innere Einstellung, wenn man von anderen oft auf "Transe" reduziert wird?

Und Dir viel Glück für die Operation. Ich drücke Dir die Daumen, dass es keine Komplikationen gibt und Du Dich hinterher viel besser fühlst!

Liebe Grüße

Chantal-TS EX
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Kimber schrieb:
Doch, ich habe dich schon verstanden. Nur ändert die geschilderte Situation nichts daran, dass ein Leidensdruck vorhanden sein muss, der einen medizinischen Eingriff rechtfertigt. Und wie bei jedem anderen Menschen muss das eben abgesegnet werden. Das wiederum ist ja nicht das Problem.
Kimber schrieb:

Ich habe nicht gesagt, dass andere außer Transsexuellen keinen Aufbau bekommen sollen. Bei Frauen nach eine krebsbedingten beidseitigen Ambutation wird nicht einmal der MDK eingeschaltet, da gehört der Aufbau natürlich dazu. Andere Frauen mit exakt der selben nicht vorhandenen Oberweite werden aber abgelehnt. Ist es beides nur kosmetisch.

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass diese Art von Operationen bei Transsexuellen eben nicht zwingend unter Schönheits-OP anzusehen sind. Ob sie bezahlt werden sollten, ist dann eine ganz andere Frage.

Kimber schrieb:
Was ist eigentlich so schlimm dabei, wenn man entdeckt wird? Jeder transsexuelle Mensch hat wohl als eine der ersten Dinge gelernt mit solchen Situationen souverän umzugehen.

Das ist mir zum Glück noch nie passiert. Aber ich habe panische Angst davor, beim Einkaufen vor der Umkleidekabine mit dummen Sprüchen belegt zu werden. Ich möchte nicht als verkleideter Mann angesehen werden. Darum gebe ich mir viel Mühe und stimme jedes Outfit mit einer guten Freundin ab. Aber meisten läuft es auch Jeans, einfaches Oberteil und Turnschuhe hinaus. Das paßt immer und fällt nicht auf.

Liebe Grüße

denise
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jede macht ihre erfahrungen. deine basieren scheinbar viel auf den erfahrungen anderer menschen.

ich mache im umgang mit meinen kunden und in meinem sozialen umfeld immer wieder die erfahrung, dass ich akzeptiert werde, wenn ich gute arbeit abliefere und wenn ich mich meinen mitmenschen gegenueber normal und authentisch verhalte.

Chantal-TS EX
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denise schrieb:
deine basieren scheinbar viel auf den erfahrungen anderer menschen.

Die Summe der Erfahrungen ist bedeutender, als die einzelne. Wink

Kimber EX
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Chantal-TS schrieb:
Ich habe nicht gesagt, dass andere außer Transsexuellen keinen Aufbau bekommen sollen. Bei Frauen nach eine krebsbedingten beidseitigen Ambutation wird nicht einmal der MDK eingeschaltet, da gehört der Aufbau natürlich dazu. Andere Frauen mit exakt der selben nicht vorhandenen Oberweite werden aber abgelehnt. Ist es beides nur kosmetisch.

 

Ähm...ist das nicht ein Argument dafür, dass man transsexuelle Frauen endlich wie andere Frauen behandeln sollte? Mir dünkt, ich sage das die ganze Zeit.

 

Chantal-TS schrieb:
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass diese Art von Operationen bei Transsexuellen eben nicht zwingend unter Schönheits-OP anzusehen sind. Ob sie bezahlt werden sollten, ist dann eine ganz andere Frage.

 

Wo habe ich denn von Schönheitsops gesprochen? Ich sagte lediglich, dass die Notwendigkeit einer medizinischen Leistung bestätigt sein muss und dass die Chirurgie nicht das Allheilmittel ist, ebenso wenig wie die Psychologie (was die bei der ganzen Sache zu suchen hat, ist mir eh ein Rätsel). Ein Attest oder Gutachten zu bekommen ist zeitaufwändig und nervig, keine Frage, aber das Problem ist doch, dass der MDK sich querstellt. Was die Krankenkasse bezahlt und was nicht, ist mir doch im Prinzip egal, so lange das Ganze aus medizinischer Sicht Sinn macht.

 

Chantal-TS schrieb:
Das ist mir zum Glück noch nie passiert. Aber ich habe panische Angst davor, beim Einkaufen vor der Umkleidekabine mit dummen Sprüchen belegt zu werden. Ich möchte nicht als verkleideter Mann angesehen werden. Darum gebe ich mir viel Mühe und stimme jedes Outfit mit einer guten Freundin ab. Aber meisten läuft es auch Jeans, einfaches Oberteil und Turnschuhe hinaus. Das paßt immer und fällt nicht auf.

 

Da ich in der Übergangszeit gearbeitet hatte und jeder im Unternehmen wusste, dass ich transsexuell bin, hat mich das einige interessante Erfahrungen gelehrt. Zum einen ist es vielen Menschen völlig egal, ob man transsexuell ist -Frau ist eben Frau, egal ob nun transsexuell oder nicht- und viele Ängste sind unbegründet. Zum anderen entwickelt man erstklassige Strategien im Umgang mit Menschen, was einem den Alltag unglaublich erleichtert, wenn sich zb. die Nachbarn wundern warum sich der Name auf dem Briefkasten ändert und man irgendwie weiblich aussieht und dann und wann doch mal im dressed to kill Outfit zu einer Party geht.

 

Und seit ich gerade nicht mehr darauf achtete meine Weiblichkeit (nach "überweiblich" kommt "lächerlich") zu betonen, wurde das Passing irgendwie immer besser. Und irgendwann ist man nur noch eine Frau unter vielen, in der Ubahn dreht sich niemand mehr nach einem um und seltsame Blicke erntet man auch nicht mehr. Ich kann es an einer Hand abzählen, dass man mich mal ´Transe´ genannt oder respektlos behandelt hat.

Eigentlich habe ich die Freiheit so als Frau zu leben, wie es mir gefällt.

Doug hatte Recht: Macht´s gut und danke für den Fisch.

denise
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dabei seit: 05.10.2007

Und seit ich gerade nicht mehr darauf achtete meine Weiblichkeit (nach "überweiblich" kommt "lächerlich") zu betonen, wurde das Passing irgendwie immer besser. Und irgendwann ist man nur noch eine Frau unter vielen, in der Ubahn dreht sich niemand mehr nach einem um und seltsame Blicke erntet man auch nicht mehr.

kimber, da haben wir identische erlebnisse und ansichten.... auch wenn es hier wahrscheinlich noch 500 jahre dauert, bis wir eine u-bahn bekommen!

Daniela P
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dabei seit: 02.07.2010

was mich brennend interessieren würde, wie breit dürfen denn Schultern bei einer Frau sein. Es gibt ja einen Durschnitt für Frauen und Männer.

Ich habe das bei mir einfach mal nachgemessen und bin auf eine Schulterbreite von 47/48 cm gekommen. Nach meinem empfinden ist das schon breit. Meine Hüfte dürfte so 45/46 cm sein an der breitesten Stelle.

Meine Kleidergröße ist

Tops/Blusen liegt bei 44/46

Jeans/Röcke liegt bei 40/42

Auf den ersten Blick hört sich das ja schon alles gut an. Aber wenn die Schulter nicht so breit wäre könnte ich wahrscheinlich schon 40/42 oben herum auch anziehen. Vielleicht bin ich aber auch zu perfektionistisch!

Es ist schon interessant wo dieser Thread so hinsteuert Big smile

Eine OP für die Schulterbreite klingt ja schon absurd, aber es kommt ja immer auf die Nachfrage an.

Ja der Bauch ist schon ein kleines Problem. Obwohl ich nur 76 KG wiege bei 1,79 M. sieht man einen runden kleinen Bauch.

Irgendwie kann man eben nicht alles haben ... *grummel

 

Kimber EX
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denise schrieb:
kimber, da haben wir identische erlebnisse und ansichten.... auch wenn es hier wahrscheinlich noch 500 jahre dauert, bis wir eine u-bahn bekommen!

 

Scheint so. Je selbstverständlicher man sich nimmt, desto leichter wird es irgendwie. Und wenn man in der Übergangsphase morgens um acht auf der Arbeit sein muss, entwickelt man auch rasend schnell ein Minimum an Schminkfähigkeiten...und man gelangt zu der Erkenntnis dass Hitze im Sommer doof ist und schenkt sich das manchmal.

Ubahnen sind eine tolle Erfindung und immens praktisch. Der Nachteil ist, dass der Rest der Welt das auch gemerkt hat. Dass da immer so viele Menschen sein müssen...sonst könnte man ganz entspannt ein Schläfchen zwischendurch machen Wink

Doug hatte Recht: Macht´s gut und danke für den Fisch.

Eyleen
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@Denise / Kimber

Mädels - ich denke wir teilen da die gleichen Ansichten. Weiteres schreiben diesbezüglich ist nicht notwendig - danke für die "Freds" -  Exclamation Mark

 

*Unser Glück und Seelenfrieden beruhen darauf, dass wir tun was wir für richtig halten und nicht das, was andere sagen oder tun.*

**Mahatma Gandhi**

Chantal-TS EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 22.08.2010

Schön, dass wir uns alle einig sind. Denn ich plädiere nicht für die Operationen. Nur bin ich der Meinung, man sollte andere dafür nicht verurteilen oder abwerten. Wer das machen will, soll es machen, denn wegen der Optik zu leiden ist unnötig.

Ich bin darum auch in einem Verein, der sich darum kümmert, dass selbst die GaOP überflüssig wird. Die brauchen wir nicht um Frauen zu sein! Denn auch diese Zwangsverstümmelung machen die meisten nur wegen Druck von Außen und der Gesetzgebung, und das ist eindeutig gegen die Menschenrechte. Es geht doch nur darum, dass sich Transsexuelle nicht fortpflanzen sollen. Und darum müssen die GaOP verboten werden. Das wollen wir zumindest erreichen!