Pinzetten-Epi im Selbstversuch

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angelika-e
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... und wieder mal ein Beitrag zum altbekannten Bartschattenthema !

Aber was soll frau machen – es gibt nun einmal kaum etwas, das schädlicher für das feminine Erscheinungsbild ist als dieser verräterische dunkle Schimmer auf Kinn, Oberlippe und Wangen – mithin kaum ein wichtigeres Thema für die Rubrik „beauty & styling“...

Sicher – frau kann sich mit ihren gesichtsmäßigen Unzulänglichkeiten (sprich: Bartwuchs) arrangieren. Es gibt leistungsfähige Camouflage-Make-Ups, die so gut alles abdecken, und wenn's hellgrüne Punkte wären. Die Schattenseite: Auf Dauer ist's halt auch nicht so wahnsinnig angenehm, mit einer dicken Schicht Schminke im Gesicht rumzulaufen, und besonders natürlich wirkt's auch nicht. Welche Frau geht schon voll geschminkt beispielsweise zum Einkaufen?

Selbstverständlich kann man auch etwas dagegen tun. Aber die verschiedenen Verfahren, gleich ob Laser-, IPL- oder Nadel-Epilation haben eines gemeinsam: Sie sind kostspielig und langwierig, und speziell bei den lichtbasierenden Techniken ist, abhängig vom Haut- bzw. Haartyp, ein nachhaltiger Erfolg keineswegs garantiert.

Eine Enthaarungsaktion an Armen und Beinen, durchgeführt mit einem Epilliergerät (also einem dieser fiesen kleinen Apparate, die die Haare ab- bzw., im besseren Falle, gleich mitsamt der Wurzel rausrupfen) brachte mich auf eine ganz andere Idee:
Dabei fiel mir nämlich auf, dass die Menge der an- bzw. (um genau zu sein) abfallenden Haare mit jeder Epi kleiner wurde – und zwar nicht nur um ein kleines Bisschen, sondern signifikant.
Wenn – so meine Überlegung – die Haarwurzeln an Armen und Beinen in einem Zeitraum von vier Wochen gerade mal in der Lage sind, etwa 50% des vorher vorhandenen Haarwuchses wiederherzustellen und obendrein mit der Zeit die Lust an diesem blöden Spiel zu verlieren scheinen und ihre Bemühungen langsam zurückschrauben – warum sollte dies dann im Gesicht nicht auch so sein ? Einen Versuch schien's mir wenigstens wert; und so begann ich meinen kleinen Selbstversuch der

Pinzetten-Epi im Zupfverfahren.

Nachdem ich dieses Verfahren mittlerweile seit mehreren Wochen und ziemlich konsequent durchgezogen habe, hier nun mein erster Erfahrungsbericht:

Das Wichtigste zuerst:
Es mag nicht die ideale Lösung für sämtliche Bartprobleme sein – aber es ist zumindest ein gangbarer Weg.

Sicher mutet es zunächst wie eine Sisiphos-Arbeit an, jedes der unglaublich vielen Barthärchen mit Hilfe einer (guten) Pinzette einzeln rauszurupfen; doch letztlich erweist sich die Menge der Haare dann doch als begrenzt, und – zumindest im Falle meines nie sonderlich dichten Bartwuchses – das Ende als erreichbar. Und auch wenn die Zupferei nicht gerade angenehm war – so schmerzhaft wie zuvor vermutet war's (von einigen besonders empfindlichen Stellen rund um Nase und Lippen mal abgesehen) dann ebenfalls nicht.

Dafür wurde ich (nachdem die Rötung abgeklungen war und eine Rasur den uvermeidlichen Rest beseitigt hatte) durch ein nie gekanntes glattes Hautgefühl entschädigt – fast nur zu beschreiben durch einen Vergleich zwischen Schleifpapier und Seide ...
Selbstverständlich wurde ich dabei auch den lästigen dunklen Schatten los, von dem lediglich ein paar (wohl unvermeidliche) schwarze Pünktchen übrig blieben. Ein kleiner Test mit normalem Make-up und einer 5-Minuten-Schmink-Aktion offenbarte mir, dass ich so nun auch guten Mutes auf des vollflächigen Einsatz von Camouflage verzeichten kann. Doch auch ohne Schminke ist es sehenswert, wie sich die Gesichtsproportionen, nur durch den Verlust des Bartschattens, verändern ...

Wie aber schaut's mit der Dauerhaftigkeit aus?
Natürlich wächst ständig irgendwas nach, oftmals einzelne Härchen, die innerhalb eines einzigen Tages die stattliche Länge von 2 bis 3mm erreichen können und dann schon etwas komisch herumstehen. Große Büschel, und vor allem die dicken schwarzen Haare, die vorher so zahlreich waren, kamen aber bislang nicht mehr zum Vorschein. Ob der Bartwuchs mit der Zeit tatsächlich auch weniger wird, vermag ich im Augenblick noch nicht abzuschätzen – ich halte Euch diesbezüglich auf dem Laufenden.

Die tägliche Rasur habe ich somit durch regelmäßiges Nachzupfen (ca. alle zwei Tage) ersetzt, das kaum mehr als eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Auch hier bleibt der Zeitaufwand also durchaus im Rahmen des Machbaren. Rasiert wird nur noch, wenn ich en femme auszugehen gedenke – auch beim sorgfältigsten Zupfen bleibt eben ein Hauch von "Scheifpapier" übrig, der dann beim Make-up-Auftrag gewaltig störend in Erscheinung tritt ...
Dafür pflege ich die Gesichtshaut täglich mit einem Peeling-(Luffa-) Schwämmchen, das (bei geringstem Zeitaufwand) den allfälligen Entzündungen durch fehlgeleiteten Barthaar-Nachwuchs zuverlässig entgegenwirkt.

Mein Fazit ...
... ist demnach ein durchaus positives. Sicher stellt die „Pinzetten-Epi“ weder ein Patentrezept noch eine Ideallösung dar – aber was ist schon ideal? (Übrigens ist diese Art der Epilation auch keineswegs meine Erfindung – schon im alten Rom soll es den Beruf des Bartauszupfers gegeben haben ...)
Für mich ist es wichtig, den Bartschatten los zu sein, und das auch noch schnell (praktisch sofort), schmerzarm und obendrein kostenfrei (im Gegenteil – meine Ausgaben für Rasiergel, Klingen etc. sind deutlich zurückgegangen) – insofern kann ich meinen kleinen Selbstversuch also nur als vollen Erfolg verbuchen.

Ich werde also brav weiterzupfen – in der Hoffnung, dass meine Beharrlichkeit irgendwann die meiner Haarwurzeln übertreffen möge. Wink

JuliaTZF
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dabei seit: 02.01.2007

angelika-e schrieb:
Pinzetten-Epi im Zupfverfahren.

Sicher mutet es zunächst wie eine Sisiphos-Arbeit an, jedes der unglaublich vielen Barthärchen mit Hilfe einer (guten) Pinzette einzeln rauszurupfen; doch letztlich erweist sich die Menge der Haare dann doch als begrenzt, und – zumindest im Falle meines nie sonderlich dichten Bartwuchses – das Ende als erreichbar. Und auch wenn die Zupferei nicht gerade angenehm war – so schmerzhaft wie zuvor vermutet war's (von einigen besonders empfindlichen Stellen rund um Nase und Lippen mal abgesehen) dann ebenfalls nicht.

Dafür wurde ich (nachdem die Rötung abgeklungen war und eine Rasur den uvermeidlichen Rest beseitigt hatte) durch ein nie gekanntes glattes Hautgefühl entschädigt – fast nur zu beschreiben durch einen Vergleich zwischen Schleifpapier und Seide ...

Wie aber schaut's mit der Dauerhaftigkeit aus?
Natürlich wächst ständig irgendwas nach, oftmals einzelne Härchen, die innerhalb eines einzigen Tages die stattliche Länge von 2 bis 3mm erreichen können und dann schon etwas komisch herumstehen. Große Büschel, und vor allem die dicken schwarzen Haare, die vorher so zahlreich waren, kamen aber bislang nicht mehr zum Vorschein. Ob der Bartwuchs mit der Zeit tatsächlich auch weniger wird, vermag ich im Augenblick noch nicht abzuschätzen – ich halte Euch diesbezüglich auf dem Laufenden.

Ich hab mir das auch einmal angetan. Über mehrere Monate hab ich die Barthaare ausgezupft, bis ich endlich das gesamte Gesicht bearbeitet hatte. Danach hab ich mich auch aufs nachzupfen beschränkt, da die Barthaare nur spärlich nachgewachsen sind. Leider sind mir immer wieder einige Härchen aus der Pinzette gerutscht, und haben sich immer weiter in die Haut zurückgezogen. Das hatte dann Entzündungen zur Folge. Ich habe dann die Pinzettenmethode eingestellt, da ich meine Zeit für meine Familie verwenden wollte, nicht für (bzw. gegen) meinen Bart...

Aber das samtweiche Gefühl ist tatsächlich unschlagbar!

Drag is, when a man wears all those things a lesbian won´t ever do.

DeeJay
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dabei seit: 21.11.2005

Also ich kann nur nachhaltig warnen über die Pinzettenmethode, besonders an der Oberlippe.
So eine Entzündung kann ein Gesicht über mehrere Jahre, bzw. lebenslänglich auch entstellen. Sprich NARBENBILDUNG.
Also ich habe das hinter mir und kann mir nur immerwieder wünschen, dass ich es nie gemacht hätte.

Liebe Grüße

DeeJay

Vyola
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Reale Person
dabei seit: 24.02.2011

Hi angelika-e,

der Beitrag ist zwar älter, aber noch immer aktuell.

Als Du Diene Barthaare erfolgreich gezupft hast,

wie lang sollten sie den sein, für ein erfolgreiches zupfen?

Und hast Du eine spezielle Pinzette genommen, für einen festen Griff?

Die Barthaare könne ja sehr drahtig sein. „leider“

 

KG Vyola

„Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzen kennt"

angelika-e
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dabei seit: 14.12.2005

Hallo Vyola,

ich habe das tatsächlich eine ganze Weile erfolgreich betrieben, d.h. ich war mit dem Ergebnis zufrieden. Die Nebenwirkungen beschränkten sich auf gelegentliche lokale Entzündungen, die ich aber auch ohne Zupfen kenne. Eine langfristige Beseitigung des Problemes darfst Du dabei allerdings nicht erwarten - die blöden Haare sind auf jeden Fall hartnäckiger als unsere (im diesem Fall meine) Bemühungen und kommen frustrierenderweise immer wieder.  Und der Zeitaufwand ist nicht von schlechten Eltern. Im Augenblick fehlt mir daher auch einfach die Muße dazu. Ich habe mittlerweile einen anderen Weg eingeschlagen, und gehe geduldig und sooft es meine Zeit erlaubt zur SHR. Wenn die Haare nicht vorher grau werden, hoffe ich damit auf langfristigen Erfolg. Nun ja, die Hoffnung stirbt zuletzt ...

Zu Deinen Fragen:

Das geht, mit etwas Übung, sobald sich das Haar an der Oberfläche blicken lässt. Eine gute, ordentlich schließende / zupackende Pinzette solltest Du dabei schon benutzen. Stumpfe d.h. außen rum rundkantige Pinzetten haben sich bei mir ganz gut bewährt, da sie die Gefahr lokaler Verletzungen vermindern. Und ein leicht desinfizierendes AfterShave sollte auch bereitstehen. Ach ja - beim ersten Mal tut's noch weh ... aber das gibt sich mit der Zeit. Wenn Du mehrfach gezupft hast, flutschen die Härchen recht willig und relativ schmerzlos.

Viel Geduld und liebe Grüße

Angelika

Tina u
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dabei seit: 10.01.2013

Ich glaube der Erfolg kann letztlich in einem mathematischen Problem definiert werden. Die Zahl der vernichteten Barthaare muss die Zahl der neugebildeten Haare überschreiten. Die neugebildeten Haare werden durch Genetik und Testosteronmenge bestimmt. Die Senkung des Testosteronspiegels scheint mir wichtig zu sein, sonst ist das Unterfangen aussichtslos. Generell finde ich Zupfen lohnend. Selbst wenn noch ein dünnes farbloses Haar nachwächst, so reduziert sich doch der Bartschatten. Der Nachteil: farblose Haare lassen sich schlechter entfernen, sowohl in Laser wie auch Pinzettentechnik. Und ich muss die Barthaare erst wachsen lassen, um sie mit der Pinzette greifen zu können.

Liebe Grüße

Tina