Ohrlöcher stechen

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Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Jasminka schrieb:
Auch wenn es jetzt völlig am Thema vorbeigeht: dieser Satz hat mich so richtig zum Nachdenken gebracht. Wenn ich mir die zwei Ohrstecker jetzt mal wieder wegdenke und sie einer Kundin (im weitesten Sinne) anziehe, könnte dieser Bankmensch einer von denen sein, die uns dieses, auf "rätselhafte" Beobachtungsgabe gründende, Verständnis und diese Anerkennung, entgegenbringen, über die ich mich oft sehr freue, weil ich nicht damit gerechnet hätte.

Manchmal scheint man sich instinktiv an die richtige Person zu wenden...
Unter meinen Kunden sind zwei schwule und ein lesbisches Paar, die sich immer bemühen zu mir zu kommen.
Andererseits bekam ich mit, daß Kolleginnen, bei denen sich eine Transsexuelle beraten ließ, anschließend übel über sie gelästert haben. Ich habe denen daraufhin "ordentlich den Kopf gewaschen" und hatte danach zumindest das Gefühl, daß sie sich schämten. Ob das allerdings vorgespielt war oder sich ihre Einstellung tatsächlich geändert hat, weiß ich nicht.

Natürlichkeit ist langweilig    

Gast
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Also ich habe mein erstes Ohrloch so ca. mit 15 Jahren gemacht, mit einer Sicherheitsnadel einmal durchs Ohrläppchen. War gar nicht so schlimm, damals wollte Man (Mann) ja stark sein.

Tja und das zweite, vor ein paar Wochen mit meiner Tochter(12) die wollte ein drittes haben, na gut Papa vorweg und schon hatte ich das zweite. Und so habe ich nun auf beiden Seiten meine Ohrlöcher.
Jetzt Klappt das auch besser mit den Ohrringen und ich brauche keine Clips.

Niki

Gast
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Ich hab heute Morgen (bzw. gestern Abend... Übergang ist fließend) mit einem Besitzer eines Tätowierstudios über das Thema Ohrlöcher gesprochen.

Dieser meinte, man sollte sich die Löcher unter keinen umständen schießen lassen, sondern richtig stechen (macht aber nicht jeder Juwelier), da das Schußgerät im gegensatz zu dieser Nadelklammer (oder so... ich war nicht mehr zu 100% nüchtern ^^) nie vollständig desinfiziert werden könne. Somit würde beim Ohrloch-schießen immer das gewisse Restrisiko einer Infektion bestehen.

Rapunzel
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dabei seit: 16.04.2006

Ja, den der's so macht, muss man wohl lange suchen.

Das erste Ohrlochschießen bei meiner Tochter ging schief, weil der Juwelier "klüger" war als ich und sich auch "besser" mit kleinen Kindern auskannte.

Wir haben es dann ein paar Jahre später auf Mallorca machen lassen und ich war von der Methode echt begeistert.
Es gab direkt richtige Goldstecker. Die waren hinten aber spitz und nicht stumpf. Er legte eine Art Radiergummi hinters Ohrläppchen, nahm den Stecker, setzte an und drückte durch.
Es tat weniger weh (scheins gar nicht), der Schreckmoment entfiel und es gab keine Komplikationen.
Diese Methode würde ich immer wieder vorziehen, wenn ich wüsste wo es so gemacht wird.

Levve un levve losse!

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Wenn ich es machen lasse, würde ich wohl zu einem Piercer gehen. Die Methode mit der Nadel erscheint mir, wenn ich mir das Verfahren vorstelle, erstens hygienischer und zweitens sauberer vom Stichkanal her, als so eine Presspistole (keine Fleischrisse).

Natürlichkeit ist langweilig    

Gast
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Hallo,

habe mir heute (na ja, jetzt schon wieder gestern Wink ) bei einem Juwelier auch auf jeder Seite ein Ohrloch machen lassen, hat mich 10 € gekostet weil ich Ohrstecker mit Steinen haben wollte, ohne Stein hätte es sogar nur 9 € gekostet, aber die Stecker ohne Stein gefielen mir nicht...

War alles in wenigen Minuten vorbei und tat überhaupt nicht weh, gab nur jeweils einen ganz kurzen Ruck, mehr nicht...

Wurde vorher gefragt, wie alt ich wäre, und mußte eine Einverständniserklärung unterschreiben, daß der mir die Löcher in die Ohren machen darf. Gab silberne und goldene Ohrstecker mit oder ohne Stein zur Auswahl, hab silberne mit Stein genommen, weil ich mir erst gestern Silberschmuck mit Bernstein gekauft hatte (ein paar Ohrstecker und ein Kreuzanhänger für eine Kette).

Laut der Pflegeanleitung die ich noch von dem Juwelier mit bekam, soll man die Ohrstecker und/oder die Ohrlöcher die ersten 48 Stunden nicht berühren. Danach zwei Mal täglich mit sauberen Händen drehen. Beim Baden/Duschen soll kein Shampoo oder sonstige kosmetische Mittel an die Ohrlöcher kommen bzw. man soll halt sowas dann gründlich mit klarem Wasser abwaschen. Die Erstohrstecker sollen mindestens 6 Wochen drinne bleiben, danach kann man andere rein machen, aber auch die soll man mindestens 5 bis 6 Monate tragen, damit sich die Löcher nicht wieder schließen oder schrumpfen. Auf Ohrhänger soll man die ersten 6 Monate verzichten, wegen Verletzungs- /Unfallgefahr. Nach 24 Stunden sollten Rötungen, Schmerzen und Schwellungen nach dem Stechen der Ohrlöcher zurückgegangen sein, ansonsten soll man einen Arzt deswegen aufsuchen, allerdings auch nicht die Ohrstecker entfernen.

Hab noch ein kleines Fläschen mit einem Antiseptikum mitbekommen, von dem ich jeweils morgens und abends was auf die Ohrlöcher drauf machen soll...

Na ja, hoffe mal, daß meine neuen Ohrlöcher gut werden...

Früher wollte ich sowas ja nie haben, konnte mir das nie vorstellen, selbst Ohrlöcher zu haben bzw. Ohrringe zu tragen... Auch nachdem Lena immer mehr zum Vorschein kam, war mir Ohrschmuck erst Mal völlig unwichtig und hatte mich nicht interessiert... Aber plötzlich überkam es mich dann doch auch... Wink

Grüße

Lena-Svenja

anita
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dabei seit: 24.02.2006

Hallo,

hab im Ohrlochforum mal diesen Beitrag gefunden und habs dann auch selber so praktiziert, jetzt hab ich auch Ohrlöcher ohne dass mein Umfeld davon etwas mitbekam...

Beitrag vom 01.12.03:

Wer dauerhaft Ohrlöcher möchte, sie aber in der Heilungsphase nicht dauernd tragen kann (aus beruflichen Gründen etwa), der kann etwas in die Trickkiste greifen.

Beim nächsten Klamottenkauf auf die Etiketten achten. Die sind in der Regel mit einem transparenten Plastik-"Draht" am Stoff befestigt. Eine Seite ist T-förmig und sehr dünn, die andere, wo das Etikett hängt, hat einen flachen großen Kopf. Von dem Kopf weg ist bei einem Typ dieser Etikettenhalter der "Draht" ein Stück weit etwas dicker, bis er dann auf einen dünneren Durchmesser zurückgeht.
Dieser dickere Durchmesser entspricht ungefähr der Dicke und Länge eines med. Ohrsteckers.
Man schneidet das T-Stück ab, aber noch gut 1 cm vor dem dickeren Stück, und den Kopf auf Stecknadelgröße zurecht, oder auch noch kleiner, aber so, daß ein Widerhaken bleibt.

Diesen Ersatz-Ohrstecker legt man einige Stunden in ein Bad mit hartem Desinfektionsmittel (z.B. Cutasept) ein. Bitte die Investition unbedingt in der Apotheke machen. Das gilt auch für Nadeln, wenn man selber sticht. Kochendes Wasser oder ein hochprozentiger Schnaps reicht nicht!!

Ohrloch stechen (lassen). Ohrstecker oder Nadel über Nacht oder länger im Ohr lassen. Nadel sollte so dick sein, wie die dicke Stelle in dem Plastikdraht. Drehen oder hin- und herschieben (immer nachdesinfizieren!). Ohrstecker oder Nadel müssen sich leicht bewegen lassen.

Anschließend wird es ein bißchen komplizierter. Ohrstecker oder Nadel entfernen, Ohrläppchen und Hände (!) gut desinfizieren. Nicht sparen!
Einwirken lassen!
Den Plastik-Ersatzohrstecker aus seinem Desinfektionsbad nehmen und von hinten mit der dünnen Seite durch das Ohrloch bis zum Anschlag ziehen. Ein paar Stunden so ruhen lassen (wg. evtl. Schwellungen).
Dann mit Schere (desinfizieren!) den Plastikdraht auf Hautebene abschneiden, so daß kaum noch etwas aus dem Ohrläppchen herausragt. Vorsicht, nicht ins eigene Fleisch schneiden!

Wenn sich alles beruhigt hat, ist von dem Ohrstecker nur ein winziger Punkt zu sehen, der sich sich durch seine Transparenz der Hautfarbe ein wenig anpasst. Von hinten ist natürlich etwas zu sehen, aber schwer zu identifizieren. Könnte auch ein Hautfussel sein.

Vorderseite regelmäßig desinfizieren. Drei Wochen ist Mindesttragezeit, auch wenn nach zwei Wochen keine Entzündung mehr zu spüren ist. Möglichst wenig daran herumspielen, da im Gegensatz zu med. Ohrsteckern die Vorderseite nicht geschützt ist und Keime in die Wunde kommen können. Von hinten aber reglmäßig gegendrücken, damit der Stecker drinnen bleibt.

Es gibt auch Etikettenhalter, die kein dickes Stück haben. Die nutzen nichts. Es hat schon seinen Sinn, warum mit 1,3mm Erstlingsohrsteckern begonnen wird. Ohrlöcher ziehen sich mit der Zeit zusammen und reißen dann ein, wenn man mit den Stiften oder Bügeln kommt, die die gleiche Dicke wie das Ohrloch haben. Auch einen 1,3mm Ohrstecker kriegt man später nur noch schwer ins Ohr und erzeugt meist Verletzungen. Wer sein Ohrloch mit kleineren Steckern anlegt, dem passen später nicht mal mehr die normalen Stecker.

Der Vorteil an der hier beschriebenen Methode ist auch, daß man sein "Outing" mit dezenten Ohrringen beginnen kann und nicht mit den klobigen med. Steckern herumlaufen muss. Aber es bleibt natürlich eine laienhafte OP, deren Risiken jeder selbst verantworten muss.

Dann mal viel Spass mit Euren neuen Ohrlöchern. Ist schon ein tollen Gefühl "echte" Ohrringe tragen zu können.
Die Auswahl ist nätürlich auch unbegrenzt

Grüße aus Bayern
Anita

NB-Sabine
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dabei seit: 26.12.2006

Roxanne schrieb:
Bei der Arbeit würden die doch eher negativ auffallen.

Wie kommst Du zu dieser Sorge? Ohrringe und andere Piercings sind längst bei Männern und Frauen (fast) gleichermaßen zu finden. Im Beruf gibt es eigentlich nur dann Probleme damit, wenn es einen berufstypischen "Dresscode", also eine Kleiderordnung gibt.

Roxanne schrieb:
Ein Jugendlicher hätte da wohl kaum Fragen der Umwelt zu erwarten, ein Mann über 40 wohl schon

Wie kommst Du zu dieser Einschätzung? Inzwischen gibt es Ohrringe und ähnliches sowohl bei Männern als auch bei Frauen in fast jedem Alter, denn wer sich irgendwann mit 20 mal Ohrringe hat machen lassen, macht die nicht plötzlich raus, weil er 40 wird. Ich war damals 1988/1989 mit meinem ersten Ohrring eher ein "Nachzügler", viele Freunde hatten damals schon "den berühmten Knopf (oder Ring) im Ohr". Kurze Zeit später war ich dann in meinem Umfeld der erste Mann, der auf beiden Seiten Ohrringe hatte (und absurder Weise von manchen deshalb ernsthaft für Bisexuell gehalten wurde...als Anmerkung am Rande). Die Leute, die sich damals mit ca. 18 Jahren ihren ersten Ohrring haben machen lassen, werden zumindest größtenteils wenigstens diesen einen Ohrring noch immer haben, wenn nicht inzwischen sogar schon mehr und sind heute 35 oder älter.

Roxanne schrieb:

Also, wie sind die Erfahrungen?

Ich habe, wie oben geschrieben, schon seit 1988 oder 1989 Ohrringe, inzwischen auf beiden Seiten mehrere und hatte dadurch noch nie "ernsthafte" Probleme. Damals gab es mal die eine oder andere "dumme" Frage und heute gibt es entweder keine Reaktionen oder Frauen, die meine Ohrringe ganz interessiert anschauen und zählen...und dann zu dem Schluß kommen, daß es mir steht und zu mir paßt...sie kennen mich ja letztlich auch nicht anders *grins*...ich denke normalerweise über meine Ohrringe nicht mehr nach, die gehören einfach schon so lange zu mir und es gibt eben in der Regel auch keinen Grund darüber nachzudenken, außer vielleicht für ein Vorstellungsgespräch oder wenn wir als DJ's für eine eher konservative Hochzeitsgesellschaft gebucht werden...wobei sich bei letzterem nicht selten herausstellt, daß das Hochzeitspaar auch nicht so konservativ ist, wie wir angenommen haben, wenn selbst Braut und Bräutigam Piercings und auffällige Tattoos haben...in der Generation von Mitte 30 ist das längst nichts Ungewöhnliches mehr (für jüngere Menschen natürlich erst recht nicht) und auch ältere Menschen gewöhnen sich ("zwangsläufig") immer mehr an den Anblick, weil ihnen immer häufiger entsprechende Menschen begegnen.

n/v
Roxanne
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ModeratorReale Person
dabei seit: 03.01.2006

Viel wurde ja schon in vorherigen Postings gesagt, da du dich aber direkt auf mich beziehst, gern noch einmal:

NB-Sabine schrieb:
Roxanne schrieb:
Bei der Arbeit würden die doch eher negativ auffallen.

Wie kommst Du zu dieser Sorge? Ohrringe und andere Piercings sind längst bei Männern und Frauen (fast) gleichermaßen zu finden. Im Beruf gibt es eigentlich nur dann Probleme damit, wenn es einen berufstypischen "Dresscode", also eine Kleiderordnung gibt.

Genau. Der Dresscode ist das Problem. Bei einem DJ kein Problem, in einem "Anzugträgerberuf" schon.

Zitat:
Roxanne schrieb:
Ein Jugendlicher hätte da wohl kaum Fragen der Umwelt zu erwarten, ein Mann über 40 wohl schon

Wie kommst Du zu dieser Einschätzung? Inzwischen gibt es Ohrringe und ähnliches sowohl bei Männern als auch bei Frauen in fast jedem Alter, denn wer sich irgendwann mit 20 mal Ohrringe hat machen lassen, macht die nicht plötzlich raus, weil er 40 wird.

Ich meine den Mann, der sie sich eben erst mit über 40 machen lässt. Der gerade eben NICHT auf der Welle der Mitschüler mitschwamm, die sich Anfang der 80er reihenweise ein(!) Ohrloch stechen liessen.

Natürlichkeit ist langweilig    

NB-Sabine
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dabei seit: 26.12.2006

Roxanne schrieb:
NB-Sabine schrieb:
Roxanne schrieb:
Ein Jugendlicher hätte da wohl kaum Fragen der Umwelt zu erwarten, ein Mann über 40 wohl schon

Wie kommst Du zu dieser Einschätzung? Inzwischen gibt es Ohrringe und ähnliches sowohl bei Männern als auch bei Frauen in fast jedem Alter, denn wer sich irgendwann mit 20 mal Ohrringe hat machen lassen, macht die nicht plötzlich raus, weil er 40 wird.

Ich meine den Mann, der sie sich eben erst mit über 40 machen lässt. Der gerade eben NICHT auf der Welle der Mitschüler mitschwamm, die sich Anfang der 80er reihenweise ein(!) Ohrloch stechen liessen.

Das erkennt doch aber eigentlich keiner, ob die Ohrlöcher neu sind oder nicht (vielleicht mal von nahestehenden Personen abgesehen, aber selbst das ist das ja eigentlich kein Problem, da es für die meisten längst ein gewohnter Anblick ist)! Ich trage auch einen Nasenstecker (mit Stein drin), da ist es schon vorgekommen, daß den manche erst nach 3 Monaten überhaupt entdeckt haben...die meisten Mitmenschen machen sich da nicht (mehr) halb so viele Gedanken wie man selbst, eben weil es längst nichts mehr Ungewöhnliches ist. Ein Dresscode im Beruf kann natürlich ein Problem sein, das kann man aber nur im Einzelfall herausfinden. Es gab schon Zöllner, die vor Gericht gegangen sind, weil sie es nicht hinnehmen wollten, daß man weiblichen Kolleginnen Ohrringe zugestand und ihnen nicht (nur weil sie Männer sind)...und im Grunde genommen habe solche Menschen Recht, mal unabhängig davon, ob sie es auch bekommen.

n/v