Epilieren mit Fotoepilation (Laser, Laserdioden und IPL)

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Chiana
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Da das Thema in einem anderen Thread gerade aufkommt poste ich hier mal einen Text von mir den ich so in einem anderen Forum verfasst habe.
Er ist Teil einer Textreihe über Epilation im allgemeinen (Rasur, chemische Mittel, Epiliergeräte usw.) und deshal bezieht sich der Anfang auch auf den vorangegangenen Text. Für Kritik, Anregungen und Meinungen bin ich natürlich dankbar und wenn es gewünscht wird poste ich hier gerne auch die restlichen Texte.

viele Grüsse

chiana

Fotoepilation

Alle bisher beschriebenen Methoden haben den grossen Nachteil das die
entfernten Haare nach einer gewissen Zeit wieder nachwachsen. Die
bisher einzige Möglichkeit eine Haarwurzel am produzieren von Haaren zu
hindern ist sie dauerhaft zu zerstören. Da sehr viele Frauen ein in der
Öffentlichkeit weitestgehend totgeschwiegenes Haarproblem haben ist
hier ein recht grosser Markt für die Industrie der sie sich auch
dankbar annimmt.

Eine Methode die Haarzelle zu zerstören ist Licht bezw. Wärme und das funktioniert so:

Eine intensive Lichtquelle mit einer Wellenlänge (Lichtfarbe) welche
dem Absorbtionssprektrum des Haarkeratins entspricht wird punktförmig
auf der Haut aufgesetzt. Der Farbstoff des Haars absorbiert das Licht
und heizt sich lokal auf. Durch die lokal auftretende Hitze wird die
das Haar umgebende Haarscheide im Idealfall soweit beschädigt das sie
abstirbt und kein neues Haar mehr produzieren kann. Als Lichtquellen
werden bevorzugt gepulste Laser (Festkörperlaser, Laserdioden) oder
gepulste Xenon-Lampen (IPL) mit einem vorgeschalteten Farbfilter
verwendet.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Epilation:

Wichtig für den Erfolg dieser Epilationsmethode ist der farbliche
Kontrast zwischen der zu zerstörenden Haarscheide bzw. der Haarwurzel
in welcher das meiste Keratin sich befindet und der sie umgebenden
Haut. Je stärker dieser Kontrast ist desto mehr Lichtenergie wird von
der Haarwurzel aufgenommen und in Form von Wärme in das umgebende
Gewebe abgestrahlt. Deshalb funktioniert dieses Verfahren nur bei
dunklen Haaren und heller Haut. Ideal für die Epilation sind schwarze
oder sehr dunkle Haare. Rote, rotblonde oder blonde Haare lassen sich
durch die Foto-(Laser)-Epilation nicht entfernen. Wer diese Behandlungsmethode wählt sollte also am besten einige Zeit vorher nicht
in die Sonne gehen bzw. Solariengänge vermeiden.

Welche verschiedenen Laser- Blitzlicht-Verfahren es gibt:

Laser wird bereits seit einigen Jahren erfolgreich in der Dermatologie eingesetzt. Viele verschiedene Laser sind im Einsatz.

- Rubinlaser (694 nm) sind die ersten Laser gewesen die für die
Epilation eingesetzt wurden. Der Rubinlaser ist ein Laser dessen
Lichtspektrum nur sehr bedingt für die Epilation geeignet ist da seine
Wellenlänge nicht im richtigen Bereich liegt. Das Risiko von
Verbrennungen der Haut bei höherer Intensität ist gross. Medizinische
Langzeitstudien haben schon 1999 ergeben das die Epilation mit
Rubinlaser keine dauerhaften Ergebnisse erbringt. Die Haare kommen
wieder.

- Neodym-YAG-Laser (1064 nm) wird ebenfalls inzwischen nicht mehr zur
Laserepilation verwendet. Sein Licht wird bevorzugt von Hämoglobin
absorbiert und somit würde es bei den für die Epilation notwendigen
Energiedichten nur zu Verbennungen der Haut kommen.

- Alexandrite-Laser (755 nm) war bis vor wenigen Jahren der Laser der
Wahl bei vielen Hautärzten wenn es um die Epilation geht. Leider liegt
auch bei diesem Laser die Wellenlänge nicht in einem Bereich indem eine
erfolgreiche Epilation möglich ist. Man versuchte das zu umgehen indem
die Pulslänge des Laserpulses verlängert wurde (Gütegeschaltet) und die
entsprechende Hautpartie gekühlt.

- Diodenlaser (800 nm) "Lightsheer u.a." versprechen von der
Wellenlänge her die bisher besten Erfolge. Diese Laser sind seit 1997
von der FDA in Amerika zur Behandlung offiziell zugelassen und werden
heute von vielen Dermatologen verwendet. Aufgrund der hohen Leistung
dieser Geräte ist auch hier eine lokale Kühlung der Haut notwendig um
Verbrennungen zu vermeiden.

- IPL (515 - 1200 nm) sind hochenergetische, gepulste Blitzlampen
(Xenon) deren Licht mit vorgeschalteten Farbfiltern auf die benötigte
Lichtfarbe (Wellenlänge) begrenzt wird. Da es sich bei diesen Geräten
nicht um Laser handelt sind sie im Vergleich zu anderen Geräten relativ
preiswert und werden inzwischen auch von Laien verwendet. Eine
Behandlung mit diesen Geräten ist jedoch anspruchsvoller als mit einem
Laser da aufgrund der hohen Energiedichte und des breiten Spektrums
sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten und Einstellungen existieren.

Risiken und Probleme bei der Fotoepilation mit Laser oder Blitzlampen:

Viele der oben genannten Epilationstechniken operieren mit teilweisse
sehr hohen Energien welche von einer kleinen Hautfläche aufgenommen
wird. Deshalb werden bei fast allen dieser Geräte die zu behandelnden
Hautflächen gekühlt um Verbrennungen zu vermeiden. Teure und
hochwertige Geräte verfügen über eine effektive aktive Kühlung durch
Luftstrom oder Peltierelemente. In manchen Fällen wird zur Kühlung vor
der Behandlung ein kühlendes Gel aufgetragen welches die Wärmeleitung
verbessern soll und die Haut kühlen. Der Nachteil dieses Gels ist das
es unweigerlich das Kopfstück der Blitz- Laser-lampe mit der Zeit
verschmutzt und die abgegebene Leistung vermindert. Das erhöht die Zahl
der nötigen Behandlungen.

Durch die Bahndlung mit Laser, IPL kann es in einigen Fällen zu
Hautüberreaktionen kommen wie Pigmentveränderungen. Teilweisse sind
diese nicht mehr rückgängig zu machen oder heilen nur langwierig aus.

Hautstörungen wie Leberflecke, Sommersprossen, Hautveränderungen und
Pigmentstörungen stellen ein Risiko dar bei der Fotoepilation und es
kann zu Krebs (malignes Melanom) ausgelösst durch die Behandlung kommen.

Ist die Behandlung nicht optimal auf den Hauttyp und die Haarfarbe
ausgerichtet passiert es immer wieder das bei vielen Haaren, gerade im
Gesicht, zwar die Haarscheide geschädigt wird aber nur insoweit als sie
nicht mehr in der Lage ist pigmentiertes Haar zu bilden. Das Haar
wächst weiterhin, jedoch jetzt farblos und lässt sich mit Laser
nichtmehr zerstören.

Hersteller von Laser- bzw. IPL-Epilationsgeräten wollen ihre Geräte an
den Mann bzw. die Frau bringen. Viele bieten deshalb Schulungen an um
ihren Kunden eine kinderleichte Handhabung der Geräte zu sugerieren.
Diese Zertifikate sind in den meisten Fällen nicht das Papier wert auf
dem sie gedruckt worden sind. Gerade Hersteller und Anwender der
günstigeren IPL Technologie werben mit einer "dauerhaften"
Haarentfernung auch bei helleren Haaren oder bei Anwendung auf die
übrige Körperbehaarung. Das ist unseriös und nicht haltbar. Es
existieren keine seriösen Langzeitstudien die belegen das die IPL Technologie einen dauerhaften Erfolg verspricht. Dermatologische Studien gehen inzwischen von einer "Langzeitepilation" aus was bedeutet das mit grosser Wahrscheinlichkeit die Haare nach gewisser Zeit wieder wachsen.

Was sollte man beachten wenn man sich einer solchen Behandlung unterziehen will:

- Auch wenn es schwer ist für einen Laien die Kenntnisse desjenigen zu
beurteilen in dessen Hände man sich begibt sollte man sich trotzdem
ausführlich informieren. Ist die Information plausibel? Habe ich den
Eindruck das mein Gegenüber weiss wovon es spricht? Wie wirkt der
Behandlungsraum auf mich? Ist mein Gegenüber seriös?

- Versprechungen werden schnell gemacht und ein Verkaufsgespräch ist
noch kein Behandlungserfolg. Fragt nach Garantien! Welcher Erfolg wird
garantiert und zugesichert? Bekomme ich das schriftlich? Wieviele
Behandlungen sind notwendig und was ist wenn nach der vorgegebenen
Behandlungszahl die Haare nicht weg sind? Was ist wenn nach Monaten
wieder Haare wachsen? Bekomme ich dann kostenlose Nachbehandlung?

- Seht euch das Gerät an. Lasst es euch vorführen! Lasst euch die
Funktion erklären und den Behandlungsablauf. Ist der Laserkopf (das
Teil welches auf die Haut aufgelegt wird) sauber und klar? Bekomme ich
eine Probebehandlung, Vorführung des Gerätes und was kostet das?

- Welche Voruntersuchungen werden gemacht? Sieht sich der Behandler die zu epilierende Hautfläche genau an und weisst auf eventuelle Risiken
und Hautveränderungen hin?

Sicher gibt es noch einiges mehr zu diesem Thema zu sagen was den
Rahmen dieses Artikels spengen würde. Das hier sollte erstmal eine
kleine Aufklärung zu dem Thema sein.

n/v
Arielle
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dabei seit: 16.09.2005

Danke Chiana_TS für diese ausführliche Beschreibung. Ich habe auf jeden Fall vor dir Barthaare entfernen zu lassen wenn ich mal das Geld dafür habe.

n/v
Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Ich habe jetzt die dritte Behandlung mit LHE-Photoepilation hinter mir. Ich will die Stellen mit dem stärksten Bartschatten (Ober-Unterlippe, Kinn) ausdünnen und den Hals ganz enthaaren lassen.

Die Stärke der Bestrahlung wurde jedes Mal etwas erhöht. Diesmal war die Haut so stark gereizt, daß es zwei Tage Rötungen und leichte Verschorfungen gab. Zum Erfolg kann ich noch wenig sagen. Die ganze Behandlung ist auf 6-8 Sitzungen angesetzt. Mal gucken, ob es dabei bleibt.

Ach ja: Eine Sitzung kostet 150 Euro. Ist sicher auch interessant.

Natürlichkeit ist langweilig    

Chiana
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dabei seit: 25.01.2006

hi Roxanne,

LHE scheint relativ neu zu sein da ich darüber noch kaum Informationen gefunden habe. Letztlich ist es aber wenn ich mich nicht irre auch ein Verfahren dem eine Blitzlampe zugrunde liegt. Mich würden Deine Erfahrungen damit sehr interessieren... Vielleicht schreibst Du ja hier oder auch mir persönlich ein paar Informationen. Wenn es Dir nichts ausmacht stelle ich dazu dann auch ein paar gezielte Fragen.

viele Grüsse

Chiana

n/v
Chiana
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dabei seit: 25.01.2006

Achja...

Noch ein Nachtrag zu meinem Artikel:

- Der beste Zeitpunkt mit einer Epilation zu beginnen ist im übrigen das Frühjahr da die Gesichtshaut dann meistens am hellsten ist.

- Noch ein Tipp für Transsexuelle: Durch die Hormonbehandlung werden die Haare auch im Gesicht unter Umständen heller. Deshalb sollte man mit der Laserepilation möglichst zu Beginn der Hormonbehandlung beginnen um möglichst viele der jetzt noch dunklen Haare zu erwischen.

viele Grüsse

Chiana

n/v
Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Hallo, ich zitiere mal aus einer Annonce für das Verfahren (Hervorhebung durch mich).

Zitat:

Ebenso wie Laser- und IPL-Systeme basiert XtremeClear™ auf dem Prinzip der Photothermolyse. Das Gerät nutzt nicht nur die Energie des Lichts, sondern auch die Kraft der Wärme. Dafür steht der Begriff LHE™-Technologie (Light Heat Energy). Ein Patent, das es ermöglicht, mit nur geringer Lichtenergie (2 – 9 Joule/cm²) zu arbeiten.

Das Prinzip: XtremeClear™ sendet einen Lichtimpuls, der von dem Pigment Melanin im Haar absorbiert wird. Gleichzeitig dringt Wärme über den Haarschaft bis in die Wurzel. In Synergie zerstören sie Haarwurzel und Haarbalg, ohne die umgebende Haut zu beeinflussen. Die Kombination aus Licht und Wärme bietet zwei Vorteile: Zum einen ist die Behandlung so hautschonend, dass auf anästhetische Gels, auf Schutzbrillen oder beruhigende Pflegecremes verzichtet werden kann.

Also Blitzlicht in sehr niedriger Dosierung und "statische" Erwärmung der Haut. Das Licht soll nur noch dazu dienen, die Follikel in der vorgewärmten Haut über die Schädigungsschwelle zu bringen.

Aus eigener Erfahrung mit der IPL kann ich sagen, daß das Schmerzempfinden i.W. dadurch erzeugt wird, daß die Wärme aus dem erhitzten Follikel in die umgebende Haut abgeleitet wird und bei den Nerven in der näheren Umgebung der Follikel das Schmerzsignal auslöst.
Wenn man das verbessern will, muß man genau den umgekehrten (und in der Praxis bewährten) Weg gehen und die Umgebung kühlen. Das erfordert allerdings einen erhöhten Aufwand und macht die Geräte noch teurer als sie ohnehin schon sind. Eine Maschine zur Blitzlicht-Epi kostet übrigens so um die 30000-40000 EUR zzgl. Unterhalt; eine gewaltige Investition für ein kleines Enthaarungsstudio.

Insgesamt gesehen bin ich in bezug auf LHE also mehr als skeptisch. Es scheint hier vor allem um eine Billiglösung für einfache Anwendungsbereiche zu gehen. Ein Männerbart alles andere als das, sondern im Gegenteil einer der härtesten Brocken.

Viele liebe Grüße

Beate 

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Hier noch ein paar mehr Infos:
http://www.aesthetik-trend.de/30410/home.html

Na ja, wollen wir mal gucken, was sich so tut. Mit den Kosten hast du recht. Der Mensch, der das macht, reist von Kosmetikstudio zu Kosmetikstudio und macht dort die Behandlungen an bestimmten Tagen. Das ist kein einzelnes, stationäres Studio.

Natürlichkeit ist langweilig    

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Was mir bei dem Link aufgefallen ist: die versprechen eine erfolgreiche Enthaarung auch bei hellem Haar.
Das kann aus physikalischen Gründen genauso wenig funktionieren wie damals beim ELOS-Verfahren (da wurde behauptet, daß die Umgebung der Follikel mit einem HF-Wechselfeld erwärmt würde - man beachte die Analogie. Zusätzlich wurde dann Blitzlicht mit immerhin der gleichen Leistung zugeführt wie bei den klassischen IPL-Verfahren. Die Versprechen in bezug auf helle Haare wurden nicht gehalten, aber ansonsten war ELOS wohl so wirkungsvoll wie allen anderen IPLs auch, bloß teurer).

Also Vorsicht, zumindest ich habe da große Bedenken!!

Nebenbei: ich bin mal über eine klinische Studie gestolpert, in der versucht wurde, bei grauen Haaren geeignete Farbstoffe in die Umgebung des Follikels einzuspülen und die dann mit dem Licht zu erwärmen. Hat im Prinzip funktioniert, das Problem war nur, die Farbstoffe auch wirklich zuverlässig ans Ziel zu bringen. Wäre sicher optimierbar, aber sicherlich viel zu aufwändig für einen kommerziellen Einsatz (auch wenn ich das freiwillig an mir selbst machen würde, um das Epi-Ergebnis zu verbessern und auch die weissgeschossenen Haare wegzubekommen). Und wohl deshalb wurde es nicht weiterverfolgt.

Viele liebe Grüße

Beate 

Chiana
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dabei seit: 25.01.2006

Hi Beate,

hab den Text gelesen und kann nicht sagen das ich jetzt schlauer bin als vorher. Da ja offensichtlich mit sehr niedrigen Lichtenergien gearbeitet werden soll und von nichts anderem als einer Blitzlampe die Rede ist (zumindest ist in dem Text nichts anderes erwähnt) stellt sich mir die Frage auf welche Weisse dort Wärme erzeugt wird und wo die herkommen soll.
Licht und Wärme ist grundsätzlich nichts im geringsten neues bei der Fotoepilation sondern im Gegenteil deren Grundprinzip. Wenn also jetzt die Tatsache das die Haarscheide durch Wärme geschädigt wird als neu hingestellt wird ist das eine glatte Irreführung. Die Erklärung das Wärme (wie auch immer) über den Haarschaft bis zur Wurzel vordringen soll und dort wirken ist nicht nur unpräzise und unwissenschaftlich sondern wiederspricht auch noch dummerweisse einem fundamentalen Gesetz der Physik. Eben genau desswegen weil es nicht möglich ist Wärme so zielgerichtet zu steuern nutzt man den Laser dessen Licht tatsächlich auch durch oder am Haarschaft geleitet wird und eben dort absorbiert und in Wärme umgewandelt wird wo sie gebraucht wird.

Das klingt für mich alles sehr nach Wundermittel und nur sehr wenig nach einer überzeugenden Technik. Das sie zumindest teilweisse funktionieren mag liegt sicherlich daran das sie letztlich nicht anders funktioniert als die IPL Technik und die funktioniert ja vom Grundsatz her auch. Zumindest teilweisse.

Naja, ich bin mal gespannt was noch so an Informationen zu dem Thema kommt.

viele Grüsse

Chiana

n/v
Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Hi Chiana!

Der Anbieter schreibt weiter, daß das Gerät Licht im Bereich 400-1200 nm erzeugt. Im Bereich von 400-600 nm hat allerdings nicht nur das Melanin eine hohe Absorption, sondern auch das Hämoglobin (der rote Blutfarbstoff). Der Lichtblitz erwärmt also nicht nur das Haar, sondern auch das Blut in der umgebenden Haut. Deshalb wird dieser Wellenlängenbereich bei den klassischen IPL-Verfahren weggefiltert. Beim LHE-Verfahren könnte das die ominöse Wärmequelle sein; denn die Absorption des Hämoglobins im Bereich von 400-600 nm ist um rund eine Größenordnung stärker als die des Melanins im Nutzfrequenzbereich der klassischen Blitzlichtverfahren von ca. 650-1200 nm (in dem, wie Chiana eingangs schon erwähnte, auch die aktuell zur Epilation eingesetzten Laser emittieren, wenn auch monochromatisch). Und Blut (Wasser) ist im Vergleich zum Haar ja ein guter Wärmeleiter.

Die Absorption des Melanins in dem problematischen Wellenlängenbereich von 400-600 nm liegt übrigens im Mittel ebenfalls um eine Größenordnung über der im Bereich von 650-1200 nm. Das könnte erklären, wieso trotz der geringen Lichtintensität überhaupt eine Epilationswirkung auftritt.

Die Erwärmung der Umgebung halte ich für einen eigentlich sehr unerwünschten Nebeneffekt, der vom Marketing von einer Not in eine Tugend umgewandelt wurde. Wie gesagt, meine persönliche Einschätzung; alle Interessierten sollten sich aufgrund der Fakten ihr eigenes Bild machen. Eine schöne Übersicht über das Thema findet sich übrigens in der (allgemeinverständlichen) Dissertation von Frau Stangl, die frei im Netz verfügbar ist
(Quellenangabe auf meiner HP unter Themen->Photoepilation->Studien).

Welche konkreten gesundheitlichen Auswirkungen die lokale Überhitzung des Bluts in der Haut hat, die ja wohl kaum vermeidbar sein dürfte, vermag ich als Geophysikerin allerdings nicht zu beurteilen.

Nochmal zu den Gerätekosten: "kleine" IPL-Geräte mit Leistungsdaten, die denen des LHE-Verfahrens zu ähneln scheinen, habe ich bereits gelegentlich im Netz angeboten gesehen, und zwar zu Preisen, die auch schon mal eine Größenordnung unter denen des LHE-Geräts liegen. Diese Angebote sind i.d.R. recht kurzlebig...

Viele liebe Grüße

Beate 

Gast
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Hallöle Alle,
zum Thema Laserepilation kann ich als "Erfahrungssammler am eigenen Obkjekt " sicherlich einiges beitragen.
All das was theoretisch geschrieben wurde stimmt.
All das was praktisch geschrieben wurde stimmt.

Ich begann 2000 die Laserepilation mit Lightsheer in Erkelenz.
Heute, 2006, habe ich immer noch einen Bart Wink
Vorgeschichte :
Ich hatte einen fast schwarzblauen Bart und mußte mich mind. 2 mal am Tag rasieren, TV sein war daher nur am Rasier-Tag möglich, am nächsten Tag ging´s auch noch einmal, dann aber mußte sich die Haut regenerieren und nix war´s mit Veronica für die nächsten 5 Tage. Tiefes ausrasieren und Bartabdeckcreme führten zu Entzündungen.
Die Lösung:
Lightsheer Laser.
6.000 DM für garantierte Bartentfernung bei max. 10 Sitzungen und solange Nachbehandlung bis kein Bärtchen mehr sichtbar war, das war der Wortlaut für den abzuschließenden Vertrag. Hörte sich toll an und ich ging drauf ein.
Nach 6 Behandlungen waren, nach unendlichen Leiden, Entzündungen der Haut , Verschorfungen etc., ca. 30% Bart entfernt, nicht gleichmäßig -sondern im Raster des Laserkopfes.
Erklärung: Bart würde immer in Schüben wachsen (stimmt) und ein Großteil der Haare schläft ( stimmt ) also daher so viele Behandlungen.
Nun gestand man mir, daß die schmerzlindernde Creme das Laserlicht absorbieren würde, daher die Verbrennungen der Haut und das Raster, es wäre nicht genügend Energie zur Wurzel gekommen.
Also, nochmal 4 Behandlungen mit höherer Energie, und der Bart war fast ganz weg. Hurrah, aber nur für 6 Monate, dann waren wieder 50 % da.

Ich brach die Behandlung ab, weil ineffektiv und wechselte zu einem Arzt/Krankenhaus nach Braunschweig.
Dort gab es die verbesserte Lightsheerversion und nach 6 weiteren Behandlungen mit erhöhter Laserleistung, Riesenschmerzen und wochenlangen Entzündungen im Gesicht , war der Bart wirklich fast ganz weg.
Alles wurde fotodokumentiert etc. etc.

Nun, zwei Jahre danach, 2006, habe ich 30% Bart zurück, aber er ist farblos und ganz weich, und erfordert nur noch 2 - 3 Rasuren pro Woche. Ich habe mich damit abgefunden, FAZIT:
Bart läßt sich mit Laser NICHT vollständig entfernen, da die Wurzel u.U. nicht vollständig zerstört werden kann - aus den bekannten technischen Gründen.

Ein großes Problem bei der Laser Behandlung stellt Schminke dar, sie deaktiviert, in Resten in den Poren sitzend, die Laserenergie und führt u.a. auch zu Verbrennungen. Anwendung von Schminke muß mind. 10 Tage vor der Behandlung ausgesetzt werden.
Für mich war der erhebliche Schmerz beim Laser-Brennen meines massiven Barwuchses das größte Problem.

Heute komme ich - wie gesagt - mit dem Restbart ganz gut zurecht, am Hals ist er wirklich zu 98 % verschwunden. Und da es keinen Adamsapfel bei mir gibt, ist es ein schönes Gefühl, den "Blanken Hals" vorzeigen zu können.
Gruß Veronica